theatercombinat | 2021 pilotphase für neue medien (ein INTRA-forschungsprojekt in zusammenarbeit mit der universität für angewandte kunst) für eine translokale performative akademie (TPA) raumbezogener künstlerischer praxen. teil des 4 jahres projektes ORGAN/ISMUS poetiken der relationen (2022 – 2025).

sprache/language: deutsch, english


 


 

diese künstlerische forschung will bedingungen für einen kritischen, ergebnisoffenen, digitalen und interdisziplinären dialog zwischen raumbezogen performativ arbeitenden künstler*innen ermöglichen.

wir bearbeiten folgende fragen:

1. welche displays und medienumgebungen schaffen einen niedrigschwelligen zugang, um einen facettenreichen, digitalen dialog über translokale künstlerische praxen zwischen künstler*innen mit unterschiedlichen sozialen, ökonomischen und geografischen hintergründen zu ermöglichen? wie können wir die standardisierte online-präsenz und -kommunikation erweitern, wenn wir den kleinsten gemeinsamen technischen nenner anwenden? darüber hinaus beziehen sich unsere fragen auf die erkundung des territoriums zwischen dem körperlichen und dem digitalen: welche räumlichen und körperlichen erfahrungen können wir ermöglichen, wenn wir netzbasierte kommunikationstechnologien wie videokonferenzen, online-gaming oder soziale medien nutzen? wie konfrontieren sich virtuelle diskurse und mediale interaktionen mit schreibaufträgen, alltagsbeobachtungen und der umsetzung lokaler, raumbezogener arbeitsprozesse?

2. wie können wir translokal voneinander lernen? wie können wir uns gegenseitig translokal unterstützen? welche neuen künstlerischen ökologien können so entstehen – und zu nachhaltigen translokalen organismen von und zwischen künstler*innen werden?

3. der von uns verfolgte ansatz orientiert sich an einem verständnis der wechselbeziehungen zwischen menschen und nicht-menschlichen organismen, materie, strukturen und räumen, denn beziehungen entstehen nicht nur zwischen menschlichen individuen oder institutionen allein. daher werden wir im rahmen der translokalen performativen akademie (TPA) austauschprozesse zwischen organismen und ihrer umwelt untersuchen. die gewonnenen erkenntnisse werden angewendet, um neue künstlerische ökologien als vernetzte lebenszellen unserer gesellschaft aufzubauen, eingebettet in künstlerische, kulturelle, widerständige und aufeinander bezogene strukturen.

dieses INTRA-forschungsprojekt ist eine zusammenarbeit zwischen theatercombinat (künstlerische leitung claudia bosse), künstlerisch forschenden der universität für angewandte kunst wien wolfgang fiel, johannes hucek (digitale kunst) und lucie strecker, (angewandte performance lab und INTRA-forschungs-moderation), sowie der filmuniversität babelsberg, konrad wolf, sylvius lack (research fellow für game design). basierend auf einem von claudia bosse entwickelten konzept für eine translokale performative akademie sollen in einer pilotphase an der angewandten im austausch und dialog mit einer internationalen gruppe von raumbezogenen performancekünstler*innen aus europa und südostasien die grundlagen für eine mediale grammatik geschaffen werden. ab 2022 soll diese grammatik in einer von theatercombinat initiierten vierjährigen akademie angewendet werden. vom 9.–14.1.2022 ist eine erste zusammenkunft in wien als kickoff der TPA geplant. die finanzierung der TPA ist noch offen.



foto: claudia bosse

die translokale performative akademie ist, eines von 5 geplanten modulen als teil des projekts ORGAN/ISMUS poetik der relationen. ein performatives gewebe über 4 jahre (2022 – 2025), konzept von claudia bosse / theatercombinat.


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