theatercombinat | let's talk about work, honey! ein transdiziplinärer salon über arbeitsmethoden

language: deutsch, english


 


 

let's talk about work, honey! ist ein transdisziplinärer salon über arbeitsmethoden
von künstlern und anderen praktikern, die in wien leben und arbeiten.

ein vortrag über ein projekt das 2 oder 5 jahre zurückliegt. ok. eine projektpräsentation eines abgeschlossenen projektes. ja, das kennen wir! aber wo ist es möglich über methoden der eigenen künstlerischen praxis zu sprechen, von arbeiten, die noch im entstehen sind?
und vor allem: wie kann man diese veröffentlichen? oder, welche formate sind denkbar, um künstlerische fragmente vorzustellen, über arbeitsweisen zu sprechen und projekte zu diskutieren, deren ausgang noch ungewiss ist?

let's talk about work, honey! initiiert einen öffentlichen salon über arbeitsweisen. künstler unterschiedlicher genres werden von claudia bosse eingeladen, andere praktiker einzuladen. jeder der eingeladenen stellt seine arbeitsmethode vor, anhand von einer oder mehreren arbeiten mit der/ mit denen er/sie sich gerade beschäftigt. es geht um die skizzierung von interessen und das umreissen der blinden flecke der eigenen methode.

der gast bestimmt den zweiten gast. an einem abend werden somit jeweils 2 unterschiedliche arbeitsmethoden in selbst gewählten experimentellen formaten vorgestellt. objekte, performative fragmente, projektionen, sound etc. anschließend soll ein direkter dialog die jeweilige praxis befragen und schließlich den austausch mit den anwesenden salongästen öffnen. der eingeladene künstler bestimmt das setting und wird so zum kurator eines salons.


erster salon
am 27.11.2014 um 20.00h
klaus schafler (bildender künstler)
lädt christian teckert (architekt) ein.
zweiter salon
am 11.12.2014 um 20.00h
günther auer (sound artist)
lädt christoph eggner (pianist) ein.
dritter salon
am 18.12.2014 um 20.00h
philipp gehmacher (künstler und choreograph)
lädt michikazu matsune (performancekünstler) ein.
vierter salon
am 12.02.2015 um 20.00h
anne juren (choreographin)
lädt vladimir miller (künstler und szenograf) ein.
fünfter salon
am 26.02.2015 um 20.00h
an ian kaler (choreograf)
lädt eva würdinger (fotografin) ein.
sechster salon
am 07.05.2015 um 20.00h

baerbel mueller (architektin)
lädt sabelo mlangeni (fotograf) ein.
siebter salon
am 10.11.2015 um 20.00h

christine gaigg (choreografin)
lädt ed hauswirth (regisseur) ein.
achter salon
am 01.12.2015 um 20.00h

sabine bitter / helmut weber (bildende künstler_innen)
laden maren richter (kuratorin) ein.
neunter salon
am 08.12.2015 um 20.00h
thomas hörl (bildender künstler)
lädt luise reitstätter (kulturwissenschaftlerin) ein.
zehnter salon
am 15.03.2016 um 20.00h

versatorium (übersetzer_innenkollektiv)
lädt jo schmeiser (künstlerin) ein.
elfter salon
am 22.03.2016 um 20.00h

alice pechriggl (philosophin)
lädt ute liepold (autorin) ein.
zwölfter salon
am 17. und 18.06.2016 beim tanzkongress
mit adania shibli (autorin), arkadi zaides (choreograf) und claudia bosse (choreografin) sowie kaya behkalam (filmemacher) und filippos tsitsopoulos (künstler).


foto: claudia bosse


foto: claudia bosse

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dem bezirksvorsteher des 4. bezirkes der stadt wien.


fotos: anna etteldorf, fotostrecke bitte klicken


zwölfter salon im rahmen von tanzkongress 2016:
für den salon beim tanzkongress hat claudia bosse praktiker_innen aus unterschiedlichen künstlerischen disziplinen zu gemeinsamen arbeitssessions eingeladen. in je zwei dialogpaarungen traf die schriftstellerin adania shibli, auf den choreografen arkadi zaides und claudia bosse sowie im zweiten öffentlichen teil der filmemacher kaya behkalam auf den künstler filippos tsitsopoulos. in einem installativen setting teilten sie die ergebnisse ihres researchs vor publikum, um anhand aktueller arbeiten parallelen und unterschiede ihrer spezifischen arbeitsweisen sowie die paradigmen zeitgenössischen kunstschaffens in verschiedenen soziopolitischen kontexten zu diskutieren. unter welchen bedingungen entsteht kunst heute, bzw. wie unterscheiden sich die produktionsbedingungen in ländern wie deutschland und österreich von denen in ägypten und griechenland? gegen welche strukturen gilt es transnational anzukämpfen? und offenbart sich in diesem potenziellen widerstand ein politisches moment der zeitgenössischen choreografie?

adania shibli
wurde 1974 in palästina geboren und lebt in jerusalem und berlin. die viel beachtete, innovative autorin bricht mit der literarischen tradition des arabischen und hat bisher zwei romane, mehrere theaterstücke, zahlreiche kurzgeschichten und erzählerische essays geschrieben, die weltweit in anthologien, kunstbüchern und literaturzeitschiften in verschiedenen sprachen veröffentlicht wurden. sie erhielt zwei mal den qattan young writer's award, palästina, 2001 für den roman masaas (engl. übersetzung: touch, northampton: clockroot 2009) und 2003 für den roman kulluna ba'id bethat al miqdar aan el-hub (engl. übersetzung we are all equally far from love, northampton: clockroot, 2012). ihr jüngstes kunstbuch dispositions (ramallah: qattan, 2012) befasst sich mit zeitgenössischen palästinensischen künstler_innen. shibli ist auch aktiv in forschung und lehre und seit 2012 gastprofessorin an der birzeit university, palästina.

arkadi zaides
der in weißrussland geborene choreograf emigrierte 1990 nach israel. zurzeit arbeitet er in israel und europa. zaides hat einen abschluss von dem amsterdam master of choreography program der theater school (nl). er tanzte mit einigen israelischen ensembles, darunter batsheva dance company und yasmeen godder dance group. 2004 begann er seine karriere als freischaffender künstler. in seiner arbeit setzt sich zaides mit sozialen und politischen themen auseinander, ehemals mit einem fokus auf dem israelisch-palästinensischen kontext, heute mit einem europäischen fokus. zaides' künstlerische praxis versucht eine kritische debatte in gang zu setzen und konzentriert sich auf den körper als medium, durch den gesellschaftspolitische themen am intensivsten erlebt werden.

claudia bosse
choreografin, künstlerin und künstlerische leiterin von theatercombinat. nach dem studium der theaterregie an der hochschule für schauspielkunst ernst busch berlin arbeitet sie zwischen (raum-)choreografie, (chorischem) theater und urbaner intervention. sie generiert ,politische hybride' als immer raumspezifische settings mit situierten körpern und unterschiedlichen medien. claudia bosse entwickelt international iinstallationen und arbeiten für museen, architekturen, theater sowie stadträume. sie unterrichtet, hält vorträge, publiziert, initiiert oder nimmt teil an research-projekten und arbeitet kontinuierlich gemeinsam mit künstler_innen und theoretiker_innen verschiedener genres.

kaya behkalam
1978 in berlin geboren, lebt und arbeitet in kairo, wo er als gastprofessor am institut für visual cultures an der american university cairo lehrt. behkalam ist mitbegründer der künstlergruppe reloading images, seine arbeiten wurden u.a. im museum folkwang essen (2013), im heidelberger kunstverein (2012) und im haus der kulturen der welt, berlin (2010), gezeigt.

filippos tsitsopoulos
ist maler, installations-, video-, theater- performance- und medienkünstler, der seit 1990 im bereich interaktiver installationskunst für das theater die grenzen von performance und malerei auslotet. in seiner praxis werden die zuschauerinnen in ein neues theater einbezogen bzw. in ein system, das theater als katalysator unserer alltäglichen vorstellungen des lebens benutzt. er wendet diese vorstellungen auf die bildende kunst an und beobachtet die auswirkungen auf das 'bild' als plastisches verhalten. seine videoinstallationen sind in zahlreichen ausstellungen, auf kunstmessen und veranstaltungen gezeigt worden.


fotos: claudia bosse


elfter salon:
theatralik des philosophierens / philosopheme des theatralen

im 11. salon untersuchen die philosophin alice pechriggl und die autorin und theatrerregisseurin ute liepold die theatralik des philosophierens und die philosopheme des theatralen: wie bricht das handeln, dran / drama über die philosophie herein, und wo hört das denken auf die anforderungen der leiblichen darstellung? kommen also diese "anderen", die anderen logoi, die worte und gründe der anderen, diese "anderen" der je vorherrschenden vernunft im theater angemessener, wahrhaftiger zu wort als in der philosophie?

alice pechriggl ist philosophin und seit 2003 professorin am institut für philosophie der universität klagenfurt; seit 2011 ist sie psychotherapeutin in freier praxis (gruppenpsychoanalyse, psychoanalytische psychotherapie). experimentelle lecture- performances im rahmen ihres laufenden forschungsprojekts freiheit zu handeln, zwang zu agieren?. zahlreiche publikationen im bereich geschlechterforschung, kulturphilosophie und philosophie der politik.

ute liepold ist autorin und regisseurin. forschungsprojekte und lehraufträge im bereich feministische theorie und gender-studies. nestroy-preis-nominie-rung 2013 für die inszenierung von wir verkaufen immer von robert woelfl, zahlreiche theaterprojekte, am oldenburgischen staatstheater, im landesmuseum kärnten, mmkk. 2015 u.a. gem. mit bernd liepold-mosser lavant!, stadttheater klagenfurt; 2016 kafkas prozess, neue bühne villach.


fotos: günther auer


zehnter salon:
zur methode kollektiver arbeiten

kollektives arbeiten wirft für jo schmeiser eine menge fragen auf, denen sie im 10. salon nachspürt: wer bestimmt (nicht) wie gearbeitet wird? wer spricht (nicht) für das kollektiv? wer profitiert (nicht) vom kollektiv? wie kann im kollektiv gleichheit und gleichberechtigung herrschen, wenn es in einer gesellschaft entsteht, in der ungleichheit und ungleichberechtigung herrscht? ein radikales in-frage-stellen, vor allem auch von sich selbst, ist nötig, um herrschaftskritische methoden zu entwickeln. aber auch anti-methoden sind wichtig: das nicht-handeln, das nicht-tun: "nicht wissen, aber zu sehen, um nachher vielleicht zu wissen". (jean-luc godard)
als übersetzer_innenkollektiv setzt sich das versatorium in seinen kollaborationen praktisch (nicht) mit den fragen kollektiver arbeit auseinander und spürt der (un)möglichkeit des übersetzens und seiner methoden nach: das buch: die unendliche aufgabe. zum übersetzen ist nicht beendet. der letzte absatz von s. 298f. kehrt auf der rückseite des umschlags wieder. der absatz in zwei fassungen, einmal innerhalb, einmal außerhalb des buchs, und immer anfang, weil ein buch oft an der rückseite beginnt: "es gibt keine methode des übersetzens und keine theorie – jeder text verlangt nach einer eigenen theorie und methode seiner übersetzbarkeit." viel später beginnt der letzte absatz im buch: "jede diskussion über übersetztes kann irgendwo und jederzeit abgebrochen werden. denn es läßt sich aus ihr nur lernen, daß sich nichts aus ihr lernen läßt. es gibt keine methode des übersetzens und keine theorie." übersetzend entscheidet sich das versatorium nicht für eine alternative, sondern entscheiden sich für alternativen. jede alternative will durch eine weitere ergänzt werden.

jo schmeiser bewegt sich an den schnittstellen von kunst, film, theorie und politik. fokus ihrer arbeit, die oft in kollektiven zusammenhängen entsteht, sind politische themen wie rassismus, sexismus oder antisemitismus. das kritische nachdenken über form und struktur, in der diese themen verhandelt werden, hat zentralen stellenwert. zuletzt erschienen: conzepte. neue fassungen politischen denkens, zaglossus 2015.

versatorium – verein für gedichte und übersetzen ist ein kollektiv interdisziplinärer übersetzer_innen mit einem arbeitsraum im souterrain/marani der geusaugasse 39/2. zuletzt erschienen: charles bernstein. gedichte und übersetzen, bd. 1.1, edition korrespondenzen 2013. roberta dapunt. la terra più del paradiso/dies mehr als paradies, folio 2016.


fotos: claudia bosse


neunter salon:

thomas hörl begibt sich in seiner arbeit auf die suche nach alten bräuchen und traditionen. luise reitstätter untersucht seit langem die rituale der ausstellung. der salon thematisiert ihre feldforschungen, erhebungen und gänge ins archiv. über die persönliche aneignung, die transformation in andere kontexte und das spiel mit der interpretation erweitern sich die bedeutungskreise. die collage steht für den beginn wie das konzentrat dieser arbeit. sie trägt die weite einer archiv- und feldforschung und zeigt ästhetische begierden. thomas hörl inszeniert ein setting im salon gleich dem eines ateliers, um mit seinem gast luise reitstätter ein feld von möglichkeiten zu begehen.

thomas hörl ist bildender künstler. arbeitet solo als auch in kooperationen (kozek hörlonski, sir meisi, jakob lena knebl). in regionalen mythen und erzählungen sucht er anregungen für seine künstlerische praxis und nimmt vorhandene aspekte dieser überlieferungen, wie verkleidung, masken und umzüge auf und setzt sie medial vielfältig um. seine künstlerische arbeit umfasst performance, videoarbeiten, installation, objekt, collage und inszenierte fotografie.

luise reitstätter ist kulturwissenschaftlerin mit langjähriger tätigkeit im internationalen kunstbetrieb und verstärkter wissenschaftlicher auseinandersetzung in den letzten jahren. zu ihren forschungsinteressen zählen kunst im sozialen kontext, museologie und ausstellungstheorie sowie raumsoziologie. vor kurzem veröffentlichte sie das buch die ausstellung verhandeln. von interaktionen im musealen raum.


fotos: claudia bosse


achter salon:

gemeinsam überlegen sabine bitter, helmut weber und maren richter, was es heißt in einer zeit des 'großen übergangs' zu leben, zu arbeiten aber vor allem an grenzen zu stoßen, durch die wir uns von der postmoderne als rest-paradigma endgültig lösen. dieser liminale zustand des ‚weder das eine noch das andere' ist geebnet durch zahlreiche planetarische kausale krisen. er bringt das erfolgsmodell eines linearen wachstums dort ins wanken, wo momente entstehen, die uns dazu zwingen, unsere widersprüche zu veröffentlichen. welche zeitlichkeiten, welche räume, und welche prozesse der verräumlichungen sprechen wir diesen momenten zu? lassen sich aus dem "noch nicht - wissen" kuratorische methoden und künstlerische praxen entwickeln? wie (re-)agieren wir auf die immer kürzer werdenden intervalle von herausfoderungen - deren realitäten, fiktionen, friktionen und alltags-utopien? der abend ist ein manöver durch sackgassen und potentiale einer kritischen visualität (recherche und bildpolitiken) des übergangs anhand eigener und beispielhaft anderer arbeiten. 

maren richter ist freischaffende kuratorin und, falls es die zeit erlaubt, kunstkritikerin. sie beschäftigt sich aktuell mit dem gegenwärtigen übergangs-zustand der gesellschaft, der politik, des planeten, vor allem dort, wo ad-hoc strategien und verwundbarkeiten auf wachstumsrhetoriken und reparatur-logiken einer resilienz-politik stoßen. u.a. arbeitet sie an dem recherche-projekt "grammar of urgencies", eine künstlerisch-wissenschaftliche versuchsanordnung, die sich mit dem rigorosen experimentieren im "anexakt" des anthropozäns, einer neu ausgerufenen geologischen epoche, auseinandersetzt.

sabine bitter und helmut weber sind in vancouver und wien lebenden künstler_innen, die seit 1994 an projekten zu urbanen geografien und zu politiken des raumes und der repräsentation arbeiten. in ihren beiträgen zu langzeit rechercheprojekten wie global prayers, oder self made urbanism rome, verhandeln sie mit foto- und videoarbeiten spezifische momente und logiken des globalen urbanen wandels, wie sie in stadt, architektur, nachbarschaften und alltag  zum ausdruck kommen. 2004 gründeten sie gemeinsam mit jeff derksen das künstlerischen recherchekollektivs "urban subjects", aktuelles projekt: "the militant image". | www.lot.at


fotos: sandra hartinger


siebter salon:

christine gaigg (choreografin) und ed hauswirth (regisseur) tauschen sich aus über prozesse des herstellens, über herumwaten und herumstochern im ungewissen, über das ausleuchten der wegstrecke, über stehlen, borgen, schnorren und anverwandeln, über hergeben und weiterreichen, über neid, bewunderung und virtuosentum. über den moment des steckenbleibens und des vorwärtstappens, über die begegnung vom wunsch nach klarheit mit der tendenz zum chaos, über vertrauen und kontrolle, zuversicht und zweifel. und woran sie sich sonst noch gegenseitig erinnern werden können. ein gespräch?

ed. hauswirth arbeitet als regisseur und künstlerischer leiter im theater im bahnhof und in anderen kontexten, hin und wieder auch auf der bühne. zu den letzten arbeiten gehört unter anderem der diskrete charme der smarten menschen (tag), auch schauspielern gibt man den gnadenschuss mit der kug graz, sowie mein leben im busch von sarajevo mit dem tib. du gingst fort mit den rabtaldirndln. aktuell entsteht unter dem titel 13 gerade wieder eine arbeit im tag in der gumpendorferstraße.

christine gaigg verfolgt nach fünfzehn jahren struktureller choreografie nun einen dokumentarischen ansatz. ihre 'bühnenessays' setzen sich mit politisch relevanten fragestellungen auseinander: desacre! pussy riot meets vaslav nijinsky(2013), maybe the way you made love twenty years ago is the answer? (2014) und zuletzt untitled (look, look, come closer) über kriegs-bilder.


fotos: claudia bosse


sechster salon:

im zentrum des 6. salons steht das thema "entering a space (which is not yours)". die architektin baerbel mueller und der fotograf sabelo mlageni reflektieren im dialog über das faszinierende, herausfordernde und manchmal auch einschränkende prozedere, mit dem sie bei ihrer arbeit konfrontiert werden, oder welches sie wiederum provozieren, durch ihre jeweilige arbeit auf dem afrikanischen kontinent und in europa.

baerbel mueller ist architektin und gründerin von nav_s baerbel mueller [navigations in the field of architecture and urban research within diverse cultural contexts], die seit 2002 den fokus auf projekte in ghana und dem kongo legt. sie unterrichtet am institut für architektur an der universität für angewandte kunst wien, wo sie leiterin des [applied] foreign affairs lab ist, das räumliche phänomene in ländlichen und urbanen gebieten der afrikanischen sub-sahara untersucht.

sabelo mlangeni ist fotograf, geboren in der provinz mpumalanga in südafrika. 2001 zog er nach johannesburg, wo er bis 2004 am market photo workshop teilnahm. als fotograf ist er weniger beobachter als teilnehmer. seine erste einzelausstellung, invisible women, fand 2007 in der galerie warren siebrits, johannesburg statt. 2009 wurde er mit dem tollman preis für visuelle kunst ausgezeichnet. er war und ist an zahlreichen gruppenausstellungen beteiligt, wie etwa public intimacy: art and social life in south africa, san francisco (2014); the lubumbashi biennale (2013); the liverpool biennial exhibition the unexpected guest (2012); the 9th rencontres de bamako african photography biennal (2011); the lagos photo festival (2011); figures and fictions: contemporary south african photography v&a museum, london (2011); and I am not afraid: the market photo workshop, johannesburg (2010).


fotos: claudia bosse


fünfter salon:

der salon öffnet und kontextualisiert im dialog materialsammlungen der beiden künstler/innen. der choreograph ian kaler widmet sich fragestellungen des multiplen körpers, wie körper / körperlichkeit definiert wird, was erweiterungen und abstraktionen sein können. im salon öffnet er überlegungen wie sein gerade aufgeführtes solo o.t., der beginn einer neuen arbeitsreihe, sich zu einem gruppenstück weiterentwickeln könnte. sein gast eva würdinger thematisiert in drei bildserien die eingeschriebenen machtstrukturen ehemaliger räume der kontrolle. ihr ansatz ist kein dokumentarischer, ihre bilder ein verweis auf leere, abwesenheit und auflösung. der salon wird einblicke in die entstehung der bilder und ein buchprojekt in vorbereitung geben. 

an ian kaler studierte transmediale kunst an der universität für angewandte kunst wien und "zeitgenössischer tanz, kontext, choreographie" am hzt berlin. seit 2010 entwickelt er im austausch mit unterschiedlichen künstlern  arbeiten, die als langfristige praxis-reihen in stück-serien angelegt sind und von arbeiten in unterschiedlichen (visuellen) medien begleitet werden.

eva würdinger studierte bildende kunst und kulturwissenschaftliche studien an der akademie der bildenden künste wien. ihre fotografien zeigen urbane landschaftsräume und architekturen, orte, die scheinbar übersehen sind. ihre bilder thematisieren die konstitution dieser räume durch gesellschaftliche prozesse und die fähigkeit der fotografie zu erinnerung und projektion einer narrativen, fiktionalen ebene.  


fotos: günther auer


vierter salon:

anne juren sucht nach unterschiedlichen zugängen, wie der körper eingesetzt werden kann, ohne dabei bestehende formen und gesten zu reproduzieren. in ihrer präsentation teilt sie ihr interesse an monique wittigs text "lesbian body", in dem wittig eine spezifische art vorstellt, den körper zu beschreiben: wittig re-imaginiert den liebesakt, die grenzen des körpers und der sprache. anne wird einige ihrer strategien und körperpraktiken vorstellen, die mit ihrem research zur relation zwischen schrift/schreiben und choreografie in verbindung stehen.

vladimir miller untersucht die normativen beziehungen zwischen kollektiven und architektonischen räumen, sowie kollektive bauprozesse. er forscht nach der relation zwischen (temporären) gemeinschaften und (temporärer) architektur. angesichts der engen beziehung zwischen dem politischen und dem architektonischen, sucht miller nach einem spielerischen, gemeinschaftlichen ansatz, um etwas von der kraft bei der gestaltung des sozialen wieder zu erlangen, die wir so leicht den architekten und stadtplanern überlassen haben.

anne juren ist eine französische choreografin aus wien. 2003 hat sie gemeinsam mit dem visual artist roland rauschmeier den verein wiener tanz- und kunstbewegung gegründet und seitdem mehrere choreographien, installationen und performances bei nationalen und internationalen tanzfestivals und in galerien gezeigt. seit 2011 ist sie feldenkrais-lehrerin und seit kurzem assoziierte programmkuratorin, lehrerin und dozentin beim masterprogramm der doch universität in stockholm.

vladimir miller ist künstler, researcher und szenograf. er hat eng zusammengearbeitet mit den choreographen philipp gehmacher und meg stuart. er ist assoziierter programmkurator bei a.pass, brüssel und dozent im masterstudiengang performance studies an der univeristät hamburg. vladimir miller ist phd in practice kandidat und mitglied der research group "spaces of commoning" an der akademie für bildende künste wien.


fotos: claudia bosse


dritter salon:

es ist das gefühl teile vergangener künstlerischer arbeiten nicht ruhen lassen zu können, das mich derzeit ein buchprojekt planen lässt. ein buch über aspekte meiner arbeit, die weiter gedacht und bearbeitet werden wollen. ein buch über fragmente denen ich retrospektiv aufmerksamkeit schenken möchte. die einladung zu diesem gespräch nehme ich als anlass über das bedürfnis zu sprechen, die eigene arbeit als sammlung zu begreifen, das ganze in all seinen teilen zu verstehen.

philipp gehmacher lebt in wien und arbeitet lokal wie international. das erforschen der dem körper eingeschriebenen bewegungen und aktionen führte zur beschäftigung mit der geste, raum und berührung. zusammenarbeiten mit meg stuart und vladimir miller. seit 2008 entwicklung der lecture performance walk+talk und beschäftigung mit sprache (say something, 2013). seit 2011 entstehen ausstellungen und videoarbeiten, sowie objekte, materialen und die gestaltung von begehbaren räumen. seit 2014 ist philipp gehmacher ebenfalls teil der klasse skulptur und raum der universität für angewandte kunst, wien.

michikazu matsune wurde in kobe, japan, geboren, und lebt seit mehr als zehn jahren in wien. matsune ist performancekünstler, der projekte mit verschiedenen formaten und in verschiedenen kontexten entwickelt. er präsentiert arbeiten in öffentlichen räumen, galerien, museen und theatern. in seiner künstlerischen auseinandersetzungen involviert er vielfältige kulturelle und soziale faktoren.


fotos: claudia bosse


zweiter salon:
PRO UND RE UND R(D)EPRO duziere!

eine lecture zum anlass nehmen, um dafür zu komponieren.
aufgabe: das komponieren beobachten und die beobachtungen in schrift und bild und ton festhalten.
das festgehaltene ist dann die komposition und diese beobachtungen werden am 11.12.2014 öffentlich.
das ist die aufführung der komposition. die komposition ist die arbeitsmethode und die arbeitsmethode ist zu beobachten.

diese lecture zum anlass nehmen,
um die arbeitsmethode eines interpreten von einem interpreten interpretieren zu lassen.
was interpretiert ein interpret, wenn er über seine arbeitsmethoden als interpret spricht? beobachtet er sich, wenn er interpretiert? welche verhältnisse tun sich auf? welche methoden können aufs "spiel" gesetzt werden?

günther auer arbeitet seit 2009 an stimm- und klang-architektonischen erweiterungen im öffentlichen und privaten raum, vorrangig mit claudia bosse (thoughts meet space athens, catastrophic paradise, what about catastrophes?, thoughts meet space beirut, designed desires, dominant powers. was also tun?, vampires of the 21st century, dominant powers – landschaften des unbehagens, je veux un mot vide que je puisse remplir, 2481 desaster zone, rehe und raketen). 2012/2013 war er senior artist an der universität für angewandte kunst / digitale kunst.

christoph eggner ist pianist des Eggner Trios, das zu den renommierten klaviertrios der gegenwart zählt: 2003 der erste preis beim melbourne international chamber music competition in australien, 2006 im rahmen der "rising stars"-reihe auftritte in der carnegie hall, cité de la musique paris, kölner philharmonie, im wiener musikverein etc. tourneen führten seitdem nach japan, argentinien, uruguay, usa, australien und neuseeland. christoph eggner ist weiters der pianist im ensemble K+K Vienna, das auf unbekanntes und zeitgenössisches repertoire spezialisiert ist.


fotos: claudia bosse


erster salon:
mit welchen künstlerischen strategien können forschung und phänomene des wandels verräumlicht werden? und warum sollte dies eine agenda der kunst sein? wie kann die verschränkung von kuratorischer arbeit, künstlerischer produktion und räumlichen strategien des repräsentierens und zeigens stattfinden?

klaus schafler ist bildender künstler und thematisiert in seinen installationen, videoarbeiten und interdisziplinären kollaborationen, ambivalente phänomene der öffentlichkeit und verräumlichung von wandel, gerne auch in peripheren wie informellen situationen und gegenden. die arbeiten erzählen von einer zukunft am rande der realität, von dem, was stattfindet und vielleicht sein wird. geboren in graz, lebt in wien.

christian teckert ist architekt, kurator und professor für raumstrategien an der muthesius kunsthochschule, kiel. er hat 1999 mit andreas spiegl das büro für kognitiven urbanismus gegründet und 2001 as-if berlinwien. er ist herausgeber von publikationen wie prospekt, last minute, negotiating spaces und eastern promises sowie autor zahlreicher essays im bereich von kunst, visueller kultur, urbanismus und raumtheorie.


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