theatercombinat 06. - 10.06.2008 die perser aischylos/müller/witzmann – raumchoreographie mit dem chor 500, staatstheater braunschweig, festival theaterformen (d)

sprache/langue: deutsch, english, franšais

pressedossier projektdokumentation

p-bar: werkstatt für europäische theorieteppiche und kunstpraxis

arbeitsmodell:
die perser in 3 städten

perser review
die perser, wien
les perses, genf

tragödienproduzenten
2481 desaster zone

 

«die perser» von aischylos waren nach wien und genf 2006 im juni 2008 in einer neuinszenierung zur eröffnung des festivals theaterformen am staatstheater braunschweig zu sehen. die arbeit mobilisierte einen chor aus 340 bürgerInnen der stadt. ihr chor ist eine organisationsform unterschiedlicher körper und biografien, die sich über atem und rhythmus mit sich, den anderen und dem text auseinander setzt. nach einer über dreimonatigen arbeits- und probenphase, die gleichzeitig eine diskussion über theater und formen der demokratie in bewegung gebracht hatte, traten die braunschweiger bürgerInnen auf die bühne des staatstheaters.

«die perser» wurde begleitet von der diskursreihe p-bar mit edith hall, jonas grethlein, florian vassen, sophie klimis, u.a. und einer abschließenden diskussion im öffentlichen raum über erfahrungen im arbeitsprozess mit dem titel «create your state» mit chorteilnehmerInnen und internationalen expertInnen.


die perser braunschweig, fotos: christian bort


video: DIE PERSER braunschweig

  konzept/inszenierung/partitur: claudia bosse, übersetzung: peter witzmann/heiner müller, bote: jörg petzold, atossa: doris uhlich, schatten des dareios: christine standfest, xerxes: marion bordat, chorführer: roland bedrich, anne cathrin buhtz, inga kolbeinsson, hanna legatis, christoph linder, oliver losehand, christiane ostermayer, ilona christina schulz, katja thiele, cornelia windmüller, regieassistenz: andreas gölles, koordination/recherche/ dramaturgische mitarbeit: anselm lenz, anke dyes, produktionsleitung: caroline farke. chor der perser: beate achilles, judith adomeit, franz c. agthe, elisabeth ahrling-witte, karl-christian amme, renate amme, sabine antrack, florian arnold, franziska bartsch, manuela bartsch, stefan bauer, dörte baumann, angela becker, theo becker, susanne bei der kellen, roswitha bender, werner bergau, hannelore berzins, thomas billhardt-schmitz, angela bleser-baydur, andreas blöcher, hilde blum, liang bo, barbara bock, pascale boehlke-meyer, niklas boehm, tanja bolm, karl-heinrich borm, helga bosse, sönke brandt, peter brockmeier, monika brombach, christine burgdorf, pirzade çakir, ghita cleri, karin dahms, merlene dannheim-mertens, jürgen daube, arwed diestelmann, angelika dikhoff, carsten dittmann ulrich domeier, norma dowald-spillmann, uwe drewen, ric drews, heike düwel, nassipkul dyussembekova, anne-marie egert-schmidt, anna marie elvins, barbara eversberg, eskandar fallahi, roswitha fallahi, theresia fehrenbacher, jutta finger, maria fischer-sander, astrid flohr, antje folke, kira forst, birgit franke, kerstin franke, anja frasunkiewicz, sandra fülling, uwe gabler, barbara gendolla, miriam gepp, jan gössner, ulrich grammel, jutta gremmler, werner grothe, edith grumbach-raasch, susanne gründel, cornelia regina grundmann, laura grundmann, gerlinde gömmel, erika gottschalk-riske, katja hagedorn, beate hatko, klaus harbusch, regine harbusch, ursula hartmann, andré hemmes, liane hensling-pohl, gudrun herrmann, hanne herrmann, petra hinrichs, uwe hohm, heidi hornburg, ida hübner, carla vom hoff, christel hoffmann, gerd hoffmann, herbert hoffmann, christa holzhauer, susanne höne, wilfried huhn, cornelia isensee, burkhard jäger, wolfgang jahns, charlotte jakob, ilse junge, karin kalsen, michael kalsen, patrick kaluza, sabina kaluza, uwe kammerhoff, antonia kamp, john richter kansted, josef kantner, sigrid kaßler, antje kasten, birgit kaupsch, ingrid kautz, claudia ketteler, samira khodaei, monika kinkel, petra kirchberger, laura kischkel, birgit klauder, stefanie klemp, rainer klingenberg, renate knauerhase, angelika köcher, helmut köcher, desirée körner, ria koska, elke kottutz, anjuta kowalewsky, gunter krense, stefan krense, ingeborg kresse-blümel, gundula kriegeskorte, marie kriegeskorte, dorothea krock, brigitta krüger, edgar krüger, cora kruse, brigitte kruse-flügel, eckart kuhlen, renate, kuske, katy küster, evelyn lachmund, günter langer, hilke langer, anna lautenbach, annett leibrock, martine liehr, götz lindner, dagmar lipovac, dieter lochau, christine lochte, andreas lochte, petra lüddecke, dagmar luhmann, sabine luxa, sabine magnus, monika manhenke, annelie mann, gesa mathiak, maike martin, petra mauer, daniela meier armin meixner, karin meixner, beate mencke-hasan, gottfried mende, sina meyer, dagmar mischge-schildgen, christel moneke, kurt moneke, erika mucha, agnes mückner, regine nahrwold, elisabeth nawrot, eveline neuwinger, astrid nickel, simone nieswandt, gabriele nitsche, maike noack, friederike noske, gisela noske, olivia otto, katrin pachel, angelika perl, edith perret, kathrin von petzinger, irmgard pfeifle, gabriele pieper, klaus pieper, angela plentz, silke raack, ines rahaus, elke rappold, paula rathjen, urban regenauer, jutta-barbara reinefeld, anneke reiß, marianne reiß michael ritter, astrid roeder, karin rosenthal, silke rumpf, ulrike schaper, heike scharfschwert, ines schaub gomeri, helmut schelz, ira schichova, ariane schlüter, mimi schlüter, kristina schmitz, bettina schmidt, dorothea schmidt, silvia schönberg, werner schönfeld, cornelia schrader, joachim schrader, klaus m. schroeder, rosemarie schröter, martina schüler, wilhelm schulze-marmeling, dag schumacher, christine schütz, nora schütz, barbara schwarz, anni seidner, klaus seiler, hildegard seipelt, detlef seydel, hilke simon, maike siuts, charlotte spoer, ursula sporleder-wulf, mandy stegen, ulrike stein, anne steiner-khodaei, johannes stempin, elisabeth strauch-bergau, birgit stumpf, brigitte süßner, greve, eila sutela-korty, maik teßmann, ute maria teubner, roswitha thiele, christa timm, susann tonne, thomas töpfer, sonja torney, sabine ulbrich, birgit waaga, volker wagner, brigitte walter, frauke wandmacher, hannelore warnk gaby weinlich, rita weise, monika wendler, charlotte werner, veronika werner, beate westphal, anne-doris wiebe, andrea wiemann, monika wiethüchter, ingrid wildermann, carmen wille, ursula winter, brigitte wolff, ingrid wolframm, johannes wolframm, dieter wollny, karl-georg wrede, diana wurster, jochen wurster, yasemin mergem, yüksel-glogowski, conny zander

premiere 6.06.2008, 5 vorstellungen + 2 öffentliche proben

gemeinschaftsproduktion festival theaterformen, staatstheater braunschweig, theatercombinat

auszüge aus einem interview mit claudia bosse  

einerseits ist der chor verbrämt, aus einer art von angst vor organisierten menschen oder massen. der chor erzeugt eine kraft, die für das individuum vielleicht beunruhigend ist. teil des konzeptes diesen chor zu erarbeiten war es, material zur verfügung zu stellen: zunächst geht es an die chorführer. die chorführer müssen dann wiederum dieses material ergreifen, transformieren und in ihrer eigenen methode weitergeben an die choreuten. die choreuten sollen auch ihrerseits wieder dieses material ergreifen und schließlich konstruieren.

die choreographie ist eine strukturierte veränderung von situationen, aus denen dann rhythmisierte texte erklingen. daraus, dass der zuschauer auf sich verändernde situationen trifft, passieren permanent zufälle. das heißt, jeder einzelne in dieser ‚spielregel des gemeinsamen‘ ist permanent gezwungen, entscheidungen zu treffen oder sich in ein verhältnis zu setzen. dadurch, dass der zuschauer teil der inszenierung wird, ist auch er derjenige, der mit seinem körper den verlauf und die wirkung mitentscheidet.

in dieser inszenierung gibt es im grunde keine bilder. es gibt nur situationen, man ist niemals außerhalb als zuschauer. das wegnehmen einer bestimmten ereignishaftigkeit, ein zurückführen auf eine anwesenheit gepaart mit der weise, mit der dauer und auch methode, wie dieser kriegerische konflikt erzählt wird; schon die dauer der aufführung widerspricht unserer gewöhnung daran, in 30 sekunden einen neuen krieg wahrzunehmen.


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