coriolan shakespeare 1607/08
politische rhetorik als waffe gegen aufbegehrende körper

premiere 17. oktober um 20h in thepalace betriebsbahnhof breitensee, 1140 wien
mittwochs und samstags um 20h, letzte vorstellung am 14. november presse

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theatercombinat zeigt shakespeares politisches diskussionsstück mit einem tanzenden massenchor und 6 akteurInnen in den hallen eines ehemaligen tramdepots.

foto konstantin küspert

28 szenen, ein dutzend davon auf schlachtfeldern, eine masse von statisten, ein überborden von special effects. das stück zeichnet den beginn der demokratie am anfang der römischen republik. klassenkampf, eine zögernde masse. rom, stadt der plebejer und patrizier, der ausgang der römischen republik. jenes stück von shakespeare, in dem das volk zum akteur der geschichte wird.

„coriolan“ entstand um 1600 in england in einer zeit von hungerrevolten, landflucht, zu beginn des kapitalismus, in einer explodierenden städtischen kultur. "coriolan" stellt mit fast filmischen schnitten handlungsmechaniken von situationen gegeneinander- situationen politischer zusammenhänge, in die die "audience" hineingestürzt wird, aus denen das spechen entsteht. eine rhetorik, die in die körper dringt, rapide, direkt - diskussionsstück, tragödie, spektakel. so findet die produktion „coriolan“ in etappen statt. zunächst geht die masse mit turn terror into sport auf die strasse, „the multitudinous tongue“ fährt in die füsse der beteiligten, probt den aufstand in der stadt und besetzt dann mit "coriolan" die körper und ohren der „audience“ in thepalace. text in englisch

foto konstantin küspert

in shakespeares tragödie "coriolan" schlagen fortwährend interessen, ordnungen, regeln, rhetoriken, staats- und körperbilder aneinander. stadt- straße- forum- capitol- lager- schlachtfeld. plebejer, patrizier, volksvertreter, senatoren. soldaten, offiziere, helden.

die textfassung ist inspiriert von der fragmentarischen coriolan-übersetzung von j. m. lenz. die deutschen textteile sind neu übersetzt, andere passagen werden im englischen original gesprochen, unterbrochen durch sprachen von mao bis agamben.
sprechen als waffe, als bezwingen und konstituieren politischer realität. sprechen gegen körper. musikalisierung der texte als emotive verkleidungen, als populäre masken politischer texte. textbuch coriolan

foto maria mäser


6 akteurinnen und akteure rhythmisieren die weite und gräben des leerstehenden tram-depots. sie füllen den raum mit materialien unterschiedlicher bewegungscodes und körperbilder. kampf, entertainment, stepptanz. metallplatten auf beton. schmutz, politische rhetorik. der raum gerät in schwingung durch den diskurs von körpern und sprachen und prallt mit ihnen zusammen.die politische ordnung wird eine ordnung des raumes: der raum wird gespannt zwischen drei zuschauerparteien. plebejer gegen patrizier, römer gegen volsker. die zuschauer werden teil der schlachten und der politischen machtkämpfe. der massenchor aus «turn terror into sport» wird zum element der inszenierung. der aufstand der strasse besetzt die hallen des geländes von thepalace.


in der verwendung historischer und zeitgenössischer codes in sprache, spielweise und raumanordnung werden vorstellungen von staat, politik, recht, körper und individuum theatral verhandelt - in einem eklektizismus von ästhetisierungen, die aneinander schlagen, sich reiben und entkleiden.


foto maria mäser

die massensteppchoreografie "turn terror into sport" - modell einer masse
im rahmen der projektserie tragödienproduzenten und nach einem chorexperiment von claudia bosse mit 180 bürgern für das stück "die perser" von aischylos in genf: chorus goes entertainment. turn terror into sport. eine massensteppchoreografie für, die sich einschreibt in den öffentlichen raum- eröffnete als produktionsmodul "coriolan" am 15.september um 18.30 auf dem maria theresienplatz. bei shakespeare geht der der antike chor auf die strasse. er wird zur masse, zur menge, zur multitude und „the common“.

who
regie/konzept claudia bosse coriolan/bürger/volumnia doris uhlich aufidius/ titus lartius/senator/bürger/volumnia marie-eve mathey-doret menenius/bürger/volumnia aurelia burckhardt cominius/senatsdiener/bürger/volumnia gerald singer brutus/ädil/senatsdiener/bürger/volumnia christine standfest sicinius/herold/bürger/volumnia jennifer bonn dramaturgie christine standfest produktion/öffentlichkeitsarbeit lena wicke raumintervention karoline streeruwitz, christian teckert beratung raum jonni winter übersetzung bosse/standfest koordination jeanette picker regieassistenz konstantin küspert recherche andreas gölles produktionsassistenz brigitte luik dokumentation, assistenz raum + produktion anke dyes assistenz raum victoria philipp archiv tatjana gerlach fotografie konstantin küspert, maria mäser video frédéric lombard ton arnold haberl beratung musik jennifer bonn, werner möbius beratung licht gerhard fischer bürgerInnen guido aengenheyster, monika bischof, anita broser, iwona brugger, eva cermak, michael de werd, anne decker, linde dröscher, sigrid eder, michaela fink, nada frauenhofer, renate gärtner-horvath, wiebke hebestedt, maria helm, julia jovanovic, roswitha kauer, brigitte kiss, barbara korvas, christl kucera, andrea mayer, astrid mayer, rachel moser, isolde müller, ingrid müller, susa muzler, angela nagy, maria ohrfandl, manfred panis, mariella pauls, saskia pauls, ingrid pazdernik, maria theresia pichler, doris prammer, ingrid racz, ewa-maria rogal, thomas scheiber, kristina singer, luzia steindl, marie tappero, michaela wareka, carina zabini

das projekt wird unterstützt von wiener linien, wohnbauvereinigung für private angestellte, österreichisches siedlungswerk, magistratsabteilung 33 der stadt wien. coriolan ist eine produktion von theatercombinat. theatercombinat wird gefördert von wien kultur. dank an ing. thomas chalupsky, mag. dieter dorazin, johann hödl, dipl. ing. gerald parzer, johann polzer.

eine produktion des theatercombinat

austragungsort ist thepalace – betriebsbahnhof breitensee in der hütteldorferstraße 112 im 14. bezirk, direkt an der u3 station hütteldorferstraße.

reservierungen unter karten AT theatercombinat.com und +43/681/10649264

 

 

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