theatercombinat | 02.09. - 30.09.2005 palais donaustadt – ein temporärer installativer kunstraum in der donau city wien mit ballet palais, firma raumforschung, archiv im palais, film im palais, picknick am wegesrand (a)

sprache: deutsch, english

kritiken

konzeption / installation
raum ist politisch

ballet palais
firma raumforschung
film im palais
archiv im palais
picknick am wegesrand

publikation: skizzen des verschwindens

 

eine experimentelle, installative situation, in der 5 tage lang gleichermaßen gearbeitet, gewohnt und geschlafen wird, ein labor, innerhalb dessen wissenschaftler/innen, künstler/innen und architekt/inne/n (andere) räumliche und zeitliche komponenten von wissensproduktion erforschen. parallel dazu verlaufen veranstaltungen und proben des theatercombinat auf dem selben gelände weiter. drei containerformationen bilden die infrastruktur und sind eingerichtet als schlaf- und arbeitsräume. zeitraum ist vom 5. bis zum 10.09.2005. in vier arbeitsgruppen werden folgende themenschwerpunkte, die sich aus den bedingungen und fragestellungen von palais donaustadt ergeben, bearbeitet: kontextualisierte räume, temporäre kunsträume und theaterräume, performative handlungsräume, monumentalität und öffentlicher raum.  


  camp der firma raumforschung

mit sabine bitter, andrea börner, oliver frey, gabu heindl, irina kaldrack, christa kamleithner, rudolf kohoutek, bojana kunst, ralo mayer, bärbel müller, gini müller, georg schöllhammer, daniel schürer, peter stamer, christian teckert, bettina vismann, bernd vlay, helmut weber biographien

konzept: claudia bosse; konzept mitarbeit: christina nägele, christine standfest, christian teckert

camp: 5.09. bis 10.09. 2005
10.09.: camp präsentation von 12h bis 24h
17.09.: respondent camp und diskussion mit katherina zakravsky und campteilnehmer/innen
24.09.: respondent camp und diskussion mit angelika fitz und campteilnehmer/innen

verlauf

 

am beginn des camps stehen materialpräsentationen und vorträge der beteiligten, die die ausgangsbasis für die weitere zusammenarbeit bilden. duschen und wcs sind auf dem areal vorhanden, für gemeinsame mahlzeiten vor ort wird gesorgt. eine veränderung der arbeitsgruppen und deren zusammensetzung ist möglich. bei der abschließenden präsentation soll nur in dieser zeit vor ort entwickeltes material vorgestellt werden. der zeitraum der präsentation wird festgelegt sein, form bzw. inhalte und räumliche konfigurationen innerhalb des areals sollen sich jedoch aus dem arbeitsprozess ergeben.

die 4 arbeitsgruppen setzen sich aus maximal 5 beteiligten zusammen. jede gruppe wird von einem/r moderator/in koodiniert, der/die versucht, unterschiedliche arbeitsansätze zu fokussieren. bei einer 12 stündigen präsentation/symposium zum abschluss des camps ist jede arbeitsgruppe für 3 stunden verantwortlich und bestimmt in abstimmung das jeweilige räumliche setting für die präsentation. es besteht jedoch die möglichkeit, dass sich während der 5 tage ein alternatives präsentationskonzept ergibt. die präsentation will den 128 stunden währenden handlungs– und denkraum einer gezielten öffentlichkeit zugänglich machen, d.h., einer öffentlichkeit jenseits der sich über den zeitraum der erarbeitung durch die ungeschützheit des ortes ergebenden beobachtung. ziel wäre ein materialaustausch und eine zusammenarbeit der einzelnen arbeitsgruppen.


 

arbeitsgruppen

 

1) kontextualisierte räume
räume werden durch ihre geschichte, ihre planungsgeschichte, ihren gebrauch, ihre funktionszuschreibungen und -teilungen, zeitstrukturen der benutzung sowie über begriffszuschreibungen kontextualisiert. wie und wodurch finden die kontextualisierungen im falle der donau city statt?

2) temporäre kunsträume und theaterräume

kunsträume und theater werden durch unverrückbare standorte innerhalb einer stadt definiert. was könnten kunsträume sein, die sich durch eine städtische landschaft bewegen, die auf planerische, politische und gesellschaftliche entwicklungen reagieren können und die jeweiligen kontexte und öffentlichkeiten als herausforderung für ästhetische produktion begreifen? diese räume sind nicht mehr nur als behälter ideologisiert, sondern werden als konkrete bedingung künstlerischer produktion thematisiert. welche veränderungen im raumbegriff und der praxis haben solche einsätze sowohl in raumplanung und architektur, als auch in der kunstproduktion zur folge?

3) performative handlungsräume
performative handlungsräume ermöglichen ein handeln als kontroversielles abgleichen performativer einsätze aus gesellschaftlich different regulierten vereinbarungen. unter welchen voraussetzungen existieren performative handlungsräume? die überlagerung unterschiedlicher performativer handlungsformate an einem ort lässt die habituellen kontrakte der handlungsfelder untersuchen. die selbstverständnisse der handlungsformate von bauarbeitern, büroangestellten, bewohnern, freizeitnutzern, darstellern, künstlern, wissenschaftlern, archi-tekten werden durch einen ästhetisch gesetzten raum zu künstlichen gesten einer arbiträren gesellschaftlichen verabredung.

4) monumentalität und öffentlicher raum
in welchen ausdehnungen werden künstlerische und gesellschaftliche interventionen im öffentlichen raum gedacht? welche ökonomien und besitzverhältnisse verhindern oder ermöglichen räumliche zugriffe und deren sichtbarkeit? welche ideologischen und politischen stigmatisierungen verhindern monumentale, d.h. sichtbare räumliche setzungen?
palais donaustadt versteht sich als sichtbare intervention in einen privatisierten (privatrechtlich organisierten) raum, der zum öffentlichen raum erklärt wird.


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