theatercombinat | oktober - dezember 2015 urban laboratory IDEAL PARADISE - eine performative praxis im urbanen raum

sprache: deutsch, english


- dossier für die serie IDEAL PARADISE
- artikel gift - zeitschrift für
- freies theater 01/2016

- zuschauer_innenberichte aus der hauptbücherei
- live-texte von herbert justnik über den prozess, geschrieben als teil der performance "IDEAL PARADISE clash"

teil des zyklus: (katastrophen 11/15) ideal paradise

weitere projekte der serie IDEAL PARADISE:
- a first step to IDEAL PARADISE
- a second step to IDEAL PARADISE
- a third step to IDEAL PARADISE
- IDEAL PARADISE clash
- IDEAL PARADISE
- IDEAL PARADISE shifting space
- urban laboratory IDEAL PARADISE ukraine
- the last IDEAL PARADISE

 

 

 

 

urban laboratory IDEAL PARADISE ist ein experimenteller, choreografischer und installativer prozess, der mit unterschiedlichen partner_innen, expert_innen und einzelpersonen durchgeführt wird. er beschäftigt sich mit politischen verhältnissen unserer gegenwart und experimentiert zu diesen fragen in verschiedenen institutionellen kontexten und räumen.
es ist eine laborsituation über mehrere monate hinweg, initiiert von claudia bosse, betrieben von einem pool von menschen, performer_innen, musiker_innen, architekt_innen, die auf unterschiedliche weise in das "urban laboratory" involviert sind, mit gästen und kompliz_innen für verschiedene perioden des prozesses, um gemeinsam an mehreren öffentlichen und (teil-)öffentlichen orten performativ zu agieren.
die ortlosigkeit, das vagabundieren, wird zur arbeitspraxis. die strategie ist, die verschiedenen orte, an denen interveniert wird, so anzunehmen wie sie sind, die vorhandene struktur zu akzeptieren und als ausgangspunkt für die choreografische arbeit zu begreifen: eine relektüre des raumes, die diesen raum nicht überschreibt, sondern sich in ihn einschreibt und seine informationen in sich aufnimmt. der prozess wird in städtische und zum teil kunstferne räume ausgebreitet und wird dort unterschiedliche öffentlichkeiten untersuchen. es ist der versuch, die räume der kunst zu verlassen, um das anliegen der kunst mit anderen funktionalitäten und wirklichkeiten zu konfrontieren.

ab oktober 2015 werden performative und installative interventionen an verschiedenen orten in wien stattfinden, die sich in unterschiedlichen verdichtungsmomenten nach außen präsentieren und an bestimmten punkten für eine größere öffentlichkeit sichtbar werden. diese interventionen fungieren gleichberechtigt als fragmente eines größeren zusammenhangs: der suche nach dem "idealen paradies" in verschiedenen formaten, die in der produktion IDEAL PARADISE mündet. im märz 2016 werden die fragmente des "urban laboratories" als indoor version in der halle G in koproduktion mit dem tanzquartier wien gebündelt und danach als performance an verschiedenen öffentlichen orten in der stadt zusammengeführt.

IDEAL PARADISE ist die letzte arbeit in einem zyklus performativer und installativer projekte. dessen vorhergehende schritte waren unter anderem eine installation und eine performance als a first step to IDEAL PARADISE, präsentiert im april 2015 beim donaufestival im atelier kunsthalle krems, sowie eine installation a second step to IDEAL PARADISE und eine performance a third step to IDEAL PARADISE bei ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival in kooperation mit dem weltmuseum wien.

urban laboratory IDEAL PARADISE knüpft an die fragestellungen der vorherigen arbeiten an, indem es an den themen ordnungen des wissens, sammlungen und kulturelle projektionen / territorium und aneignung / ideologie und terror / anthropologie und erotische rassismen / "wahrnehmende" objekte / ritual, fetisch und andere gesellschaften weiterarbeitet. diese themen bildeten den kern der auseinandersetzung in der installation von claudia bosse a second step to IDEAL PARADISE im weltmuseum wien und werden nun im stadtraum ausgebreitet und transformiert: es findet eine übersetzung der strukturen und begehren aus dem weltmuseum in andere räume statt.


was bedeutet das künstlerische produzieren ohne einen festen raum als konzept der temporären raumaneignung oder aber der kopräsenz in informierten räumen, d.h. für räume, die im hinblick auf eine genaue funktion gestaltet sind und von einem bestimmten ausschnitt von gesellschaft benutzt zu einem bestimmten zweck?

zwischennutzungen werden immer schwerer, weil derzeit alle leerstehenden gebäude in der momentanen situation flüchtlingsunterkünfte geworden sind. das ist zu begrüßen, macht uns jedoch die zwischennutzung von räumen beinahe unmöglich. in zukunft wird es voraussichtlich noch schwerer werden, mit eigen gestalteten räumen für künstlerische projekte nicht-institutionelle räume temporär zu bespielen und sich mit ästhetischer praxis anzueignen. in einer zeit in der kunst in der frage der nutzung leerstehender räume in direkte konkurrenz zu flüchtlingen kommt, müssen wir neue raumkonzepte entwickeln und die ressource raum für die künstlerische produktion neu bestimmen. diese überlegungen treiben das projekt IDEAL PARADISE an. nach a first step to IDEAL PARADISE beim donaufestival in krems, a second step to IDEAL PARADISE als installation im weltmuseum wien und dem a third step to IDEAL PARADISE als eine performance in den räumen der installation im rahmen von ImPulsTanz geht das projekt in den stadtraum, fragt und bittet institutionen darum, temporärer gastgeber und partner für das projekt zu werden oder initiiert kooperationen mit informierten räumen, die performativ konfrontiert werden sollen als räumliche displays und orte bestimmter funktionen und mit spezifischer öffentlichkeit.
claudia bosse



fragment 1, kaiserstraße 82 + urban-loritz-platz 2 + schwarzenbergplatz am 2. oktober 2015

fragment 2, nordbahnhof am 5. oktober 2015

fragment 3, marxergasse 1 + wienfluss am 6. oktober 2015

fragment 4, marxergasse 1 am 7. oktober 2015

fragment 5, marxergasse 1 + noever treppe + wienfluss am 9. oktober 2015

fragment 6, marxergasse 1 am 11. oktober 2015

fragment 7, hütteldorferstraße 2h am 12. oktober 2015

fragment 8, nordbahnhofgelände am 13. oktober 2015

fragment 9, urban-loritz-platz 2 am 14. oktober 2015

fragment 10, mittersteig 10 am 15. oktober 2015

fragment 11, laudongasse 15 am 16. oktober 2015

fragment 12, westbahnstraße 60 am 20. oktober 2015

fragment 13, gablenzgasse 3 + urban-loritz-platz 2a + westbahnstraße 60 am 22. oktober 2015

fragment 14, heldenplatz + schottentor (passage) am 26. oktober 2015

fragment 15, parlament + schwedenplatz am 27. oktober 2015

fragment 16, mittersteig 10 am 28. oktober 2015

fragment 17, laudongasse 15-17 am 12. november 2015

fragment 20, kaiserstraße 82 am 30. oktober 2015

fragment 21, nordbahnhofgelände am 2. november 2015

fragment 22, mittersteig 10 am 5. november 2015

fragment 23, laudongasse 15 am 6. november 2015

fragment 24, mittersteig 10 am 18. november 2015

 

 

konzept/künstlerische leitung: claudia bosse,
sound/media: günther auer, fokus performance: varinia canto vila, réka kutas, jaschka lämmert, alexandra sommerfeld, , florian tröbinger, fokus raum: stephanie rauch,
critical witness/dramaturgie: baerbel mueller,
technische leitung: marco tölzer, assistenz/koordination: silvester kreil, assistenz sound/technik: luka bosse, genehmigungen/recherche: sandra hartinger, artistic management: silke bake, kommunikation: anna etteldorf, administration: margot wehinger

eine produktion von theatercombinat, bisher koproduziert von ImPulsTanz - Vienna International Dance Festival, weltmuseum wien, donaufestival, gefördert von wien kultur. partner, unterstützer oder komplizen des projekts sind u.a.: urbanize!, brut wien, haus des meeres, hauptbücherei wien, tanzquartier wien, volkskundemuseum wien



foto: eva würdinger, für fotostrecke bitte klicken

....angekündigte fragmente:

fragment 6, marxergasse 1
am 11. oktober
in kooperation mit urbanize!

mit dem fragment 6 entwickelt sich ein performativer spaziergang in der umgebung der urbanize! festivalzentrale marxergasse 1. entlang mehrerer stationen entsteht eine performative folge in urbanen resträumen zu den themen territorium und einverleibung.
mit: günther auer, claudia bosse, luka bosse, reka kutas, jaschka lämmert, stephanie rauch, marco tölzer, florian tröbinger


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fragment 17, urban-loritz-platz 2a
am 25./26. november und 7. dezember
in kooperation mit der hauptbücherei wien

in der hauptbücherei am urban-loritz-platz entsteht mit dem fragment 17 eine performative situation, in der sich besucher_innen einzeln in der verlassenen bibliothek "verirren". auf ihrem weg durch die bücherei werden sie in intimen begegnungen durch die hier vorliegenden ordnungen von wissen und deren präsentation navigiert und zu einer spurensuche verleitet. eine choreografie von gedanken, mit sound und performer_innen, die zu agenten des raumes werden.
mit: claudia bosse (25.11. und 7.12.), jaschka lämmert, alexandra sommerfeld (26.11.), florian tröbinger und günther auer, luka bosse, silvester kreil, marco tölzer

für zuschauer_innenberichte aus der hauptbücherei hier klicken!


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fragment 18, laudongasse 15-17
am 12. november,
in kooperation mit dem volkskundemuseum

fragment 18 macht station im volkskundemuseum und befragt installativ und performativ in einem raumensemble zwischen hof, fotoarchiv, keller, lesesaal und dachboden die ethik von sammlungen, die ordnung von archiven sowie die herstellung kultureller projektionen und identitäten.
mit: claudia bosse, varinia canto vila, stephanie rauch, marco tölzer, ilse urbanek


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fragment 19, fritz-grünbaum-platz 1
am 23. november,
in kooperation mit dem haus des meeres

fragment 19 bespielt die gesamte fläche des haus des meeres, vom eingang bis zur dachterrasse. im ehemaligen, als zoo umfunktionierten flakturm wird die beobachtung verschiedener tiergattungen zum reflektionsraum politischer und gesellschaftlicher utopien und zugleich zum projektionsraum idealer und ferner paradiese. die inszenierung unterschiedlicher tierwelten und deren zoologische ordnung wird durch sound, sprache und aktionen der performer_innen zum gegenstand gesellschaftlicher studien und kolonialer überbleibsel in unserem kulturellen unbewussten.
mit: luka bosse, réka kutas, jaschka lämmert, alexandra sommerfeld, florian tröbinger, silvester kreil


MODULE von/für IDEAL PARADISE

eine toolbox von modulen,
die im rahmen des urban laboratory IDEAL PARADISE im stadtraum angewendet, erprobt und erweitert werden. diese module sind eine basis praxis im öffentlichen raum und in informierten räumen und sie werden im verlauf der arbeit in räumlichen und zeitlichen scores kombiniert umd komponiert.
diese module bilden die grundlage diverser basistechniken.
jedes modul sollte von performativen experten oder möglichen anderen städtebenutzern praktiziert werden können.

die nummerierung der module folgt der chronologie ihrer notierung.
das ist die basis die arbeit

claudia bosse 12. oktober 2015



fragment 1, kaiserstraße 82 + urban-loritz-platz 2 + schwarzenbergplatz

datum: 2. oktober 2015
uhrzeit: 15h bis 18h
dauer: modul 7 an drei unterschiedlichen orten zu jeweils 20–30 min.
beteiligte: günther auer, claudia bosse, silvester kreil, jaschka lämmert, stephanie rauch, florian tröbinger

performatives modul: modul 7 measurement positioning. stay at the point of the position you can turn, move around or on different levels at the position in space. measure with different parts or articulations of the body towards concrete elements, objects, constructions, subjects, objects, vehicles or plants in the space.

beschreibung der aktion:
jede/r sucht eine position auf dem areal aus, diesen ort für die dauer des praktizierens nicht verlassen. öffnen des körpers, wahrnehmen des umfelds, der baulichen strukturen, der pflanzen oder personen. die körperteile auf die umgebung, punkte und dinge beziehen, distanzen vermessen. niveauwechsel von stehen, sitzen, liegen sind möglich.

ort:
baulücke in der kaiserstr. 82 / terrain vague
in der größe eines typischen wiener wohnhauses. leicht zugänglich und gut einsichtig von der straße aus. freigelegter blick in die angrenzenden hinterhöfe und auf zwei große kastanienbäume. der boden war sehr steinig, viel bauschutt von unkraut überwuchert lag herum. ganz hinten war ein erdhügel. passant_innen auf beiden gehsteigen und autofahrer_innen haben im vorbeifahren zugesehen oder auch halt gemacht. ein bauarbeiter, der aus dem nachbarhaus kontinuierlich schutt in den einen container geworfen hat, wurde auf eine gewisse art teil des moduls.

treppe der hauptbücherei am gürtel
außentreppe aus beton, sehr steil, breit und hoch. links und rechts viel verkehr, mitten in der häuserschlucht des gürtels, urban, laut, eine "drückende" umgebung. einige personen saßen, vereinzelt oder in gruppen auf den stufen. diese formationen haben sich laufend geändert. sie waren eher mit sich selber beschäftigt und nicht wirklich aufmerksam uns gegenüber.

schwarzenbergplatz
der platz mit dem hochstrahlbrunnen ist geprägt von seinen runden formen (beete, betonwall–umrundung, kreisverkehr der rund herum läuft, brunnenbecken,...) und durch die straße die wie meridiane auf ihn zulaufen bzw. von ihm wegführen. ein ort, der auf eine gute art etwas sehr großstädtisches vermittelt. es gibt eine freifläche, wiesenstücke und einen kleinen wald. fahrräder und passanten (davon einige touristen) kreuzen den platz ständig, autos umfahren ihn von allen richtungen. einige personen haben halt gemacht um uns zuzuschauen, sind teilweise paar minuten lang um uns herumgestreunt und haben fotos gemacht. ein junger mann ist nachher zu uns gekommen um zu sagen, dass was auch immer wir da gemacht haben, toll anzusehen war. er hat von einer speziellen energie die verbreitet wurde gesprochen und sich bedankt.

ergebnis:
wir konnten einander sofort berichten, ob die gewählte position eine gute oder schwierige war und was für techniken nötig waren, um damit umzugehen. das modul war immer das selbe, aber die unterschiedlichen orte haben jeweils nach einem ganz anderen arbeiten verlangt. themen, die wir besprochen haben: das gefühl von zirkulierender luft, die einen hält. den körper durchlässig lassen. sich in der umgebung "aufspannen" um lange eine position halten zu können. nach einiger zeit sieht man immer mehr dinge und details, auf die sich der körper beziehen kann. übertragung von sound in den körper. die unterschiedliche bewegung von pflanzen. koordination von blick und bewegung. jedes ausprobieren ist ein machen und dadurch eine setzung. jedes machen ist ein ausprobieren.

anmerkungen / beobachtungen / sonstiges:
wir haben uns ungeplant immer sehr gleichmäßig verteilt aufgestellt und die orte dadurch als gruppe eingenommen.

 




fragment 2, nordbahnhof

datum: 5. oktober 2015
uhrzeit: 16h bis 18h
dauer: aufbau / TRY OUT 1: 30 min, TRY OUT 2: 15 min
beteiligte: günther auer, claudia bosse, silvester kreil, stephanie rauch, florian tröbinger

ort:
nordbahnhofgelände / terrain vague
brachfläche neben geleisgelände / schallmauer / sand und kiesflächen / teilweise bewachsen
ausgetretene pfade / buschwerk / müll / mitgebrachte materialien: schaumstoff / holzlatten / stoff / wolle / aludecke
materialien vor ort: bretter / schrauben / steine / betongüsse / diverser müll und schrott / äste und baumstümpfe
frequentierung - keine - züge/anrainer - abgegrenztes gebiet
öffentlichkeit - anrainer (der gegenüberliegenden häuser)

performatives modul: marking space / shelter / territorium / objekte - material - körper

TRY OUT 1
beschreibung der aktion:
innerhalb eines bestimmten feldes, einer bestimmten fläche in dem gesamtgebiet eine fragmentierung desselben in dem jede/r ein bestimmtes territorium für sich markiert: über den körper oder materialien. definition von innen und außen. was können bestimmte rhythmen sein - für den innen- bzw. aussenraum. mobilität. was kann ein shelter sein bzw. welchen raum, welche fläche begrenzt den innenraum? statisch oder mobil? welche materialien finden verwendung? was sind die verhältnisse und spannungsfelder der einzelnen territorien / besetzungen zueinander?

ergebnis:
definition einer strategie zur raumaneignung. aneignung durch strukturieren des vorgefundenen materials. bauen bzw. einnahme eines shelters. möglichkeiten durch körperliche ausbreitung (liegen, stehen, hocken, sitzen) - der körper als fläche zur aneignung, diverser rhythmen / unterschiedliche dauer. markieren einer zum shelter gehörenden außenfläche. erweiterung des territoriums rund um den shelter mit vorgefundenen holzbrettern. strategie der erweiterung durch werfen der holzbretter in sternförmiger anordnung. überschneidungen und überlagerung mit anderen territorien. anpassen von geschwindigkeiten an die umgebung.

TRY OUT 2
beschreibung der aktion:
belegen, einnehmen eines von anderen gebauten shelters bzw. errichteten territoriums. versuch die strategien nachzuvollziehen bzw. möglicherweise zu erweitern bzw. für mögliche eigene strategien zu übersetzen.

ergebnis:
versuch die von anderen angewendeten strategien nachzuvollziehen, die verwendeten materialien. verstehen des territoriums bzw. der art der einnahme oder ausbreitung, verspannung. stabilisieren oder erweitern bestimmter aspekte. versuch über akustik, akustische signale zu arbeiten. zusammenlegen oder verbinden von territorien. materialaustausch. versuch andere strategien für sich selbst anzuwenden (zur erweiterung des eigenen territoriums oder zum schaffen neuer shelter).


anmerkungen / beobachtungen / sonstiges:
frage nach der übersetzung für mögliche choreografien. wie kann man bestimmte bewegungen / abläufe in einen anderen raum übersetzen? was bedeutet das weglassen von materialien? wie lassen sich bestimmte räumliche felder übertragen (dimension)?
diverse strategien der raumaneignung wie ausbreiten, kolonialisieren, räumliche organisation, bewegung oder statik.


fragment 3, marxergasse 1 + wienfluss

datum: 6. oktober 2015
uhrzeit: TRY OUT 1: 15.30h / 16.20h, TRY OUT 2: 17.20h
dauer: TRY OUT 1: 30 min / 30 min, TRY OUT 2: 20 min
beteiligte: claudia bosse, günther auer (TRY OUT 1), florian tröbinger, stepha rauch, réka kutas

TRY OUT 1
ort:
- marxergasse 1 - ehemaliges finanzamt
- urbaner restraum unterhalb des straßenniveaus, abgegrenzt von der fahrrinne der u4, dem untergeschoss des ehemaligen finanzamtes und der marxergasse. stark bewachsene grünfläche.
- keine frequentierung, außerhalb unserer nutzung.
- kleine-mittlere größe, etwa 8 meter höhenunterschied bis zu straßenniveau. - öffentlichkeit: da unterhalb des straßenniveaus leicht zu übersehen, von dem gehsteig marxergasse und dem fußgängerpfad von parkplatz (neues finanzamt) zur marxergasse einzusehen. einsichtmöglichkeit auch aus der vorbeifahrenden u4.

performatives modul: modul 8 - permanent relations

beschreibung der aktion / operative anwendung:
modul 8 wurde in 2 versionen angewandt. erstens die permanente relation von einem fixen standpunkt aus, der während des versuchs nicht verlassen werden durfte, und zweitens eine permanente relation mit der möglichkeit den standtort mehrmals zu wechseln. reka mit ihrem cello verhielt sich nach den selben bewegungsanweisungen. akustisch - einzelne, lange sowie "schmelzende" töne, im zusammenspiel mit der vorbeifahrenden ubahn.

ergebnis:
bei der ersten variante waren die bewegungsabläufe bei allen deutlich langsamer. variante 2 ermöglichte/erzeugte durch die veränderung des standortes eine viel dynamischere situation.

anmerkungen / beobachtungen / sonstiges:
zentrales thema nach den beiden versuchen war gleichermaßen die frage nach dem übergang von einem relationszustand zum nächsten. übergang – wie stockend darf/kann er sein, da es keinen "relationsfreien zeitpunkt/raum" gibt? oder wie flüssig darf der übergang sein ohne in eine tanzende rhythmik abzudriften? im hintersten winkel schien das cellospiel am besten zu wirken.

TRY OUT 2
ort:
- in wienfluss zwischen den brücken weiskirchnerstraße und der nächstgelegenen, den stadtpark verbindend. in richtung stadtpark blickend auf der rechten seite.
- ausbetoniertes kanalbett, begehbare seitenstreifen da das wasseraufkommen an dieser stelle äußerst gering ist.
- direkt im flussbett keine frequentierung, außerhalb unserer nutzung, da für die öffentlichkeit gesperrt. im umfeld und an den seitenrändern allerdings eine vielzahl an passanten und touristen.
- öffentlichkeit: gut einzusehen von den geh- und fahrradwegen entlang der seiten des wienflusses beziehungsweiße von den brücken.
- große dimension, in längsrichtung kein ende sichtbar. die breite beträgt etwa 25 meter.

übung / performatives modul / fragestellung:
freier versuch ohne modulvorgabe.

beschreibung der aktion:
einschreiben durch raumgreifende bewegungsabläufe. drehen und laufen. auch reka mit dem cello drehend. zu erst zwei personen (réka, florian), dann drei (réka, florian, stepha) komplettiert von claudia

ergebnis:
mit reka (cello) und florian in zweier konstellation die beste variante. auch mit vier leuten interessant dann müssen bewegungen aber ganz präzise erfolgen sonst schnell störung der gesamtdynamik.

anmerkungen / beobachtungen / sonstiges:
laufen als element besonders geeignet. cello auf rechter flussseite und zweite(r) performerin auf linker seite wünschenswert.



 


fragment 4, marxergasse 1

datum: 7. oktober 2015
uhrzeit: 16h bis 18h
dauer: 30min
beteiligte: claudia bosse, jaschka lämmert, stephanie rauch, florian tröbinger

ort:
- marxergasse 1, seiteneingang
- untergeschoss innenbereich, durch gitter getrennte zonen, glattes mauerwerk, hohe räume, fenster
- öffentlichkeit: keine

TRY OUT 1
performatives modul: 3 module werden abwechselnd verwendet
- modul 11
"constructing with material and territory"
"constructing with body and territory"
sich dabei des rhythmus der konstruktion bewusst sein

- modul 7
"positioning" an einem fixen ort und "measurement" - diese position nicht verlassen

- modul 9
über akustische informationen bewegung generieren

anmerkungen / beobachtungen / sonstiges:
die unterschiedlichen module, von den leuten in unterschiedlichen zeit-intervallen und reihenfolgen angewendet, bedeuten sofort eine erweiterung von raum.
es ist akustisch ziemlich viel was man hört, selbst bei geschlossenen fenstern.
extrem viele akustische layers (mit geschlossenen augen noch intensiver)
man muss permanent entscheidungen treffen.
eine strategie dabei ist, von einem akustischen ereignis auf das nächste zu fokussieren.
am anfang schien es viel einfacher, weil ruhiger, dann wurde es viel intensiver, vor allem durch die geräusche der anderen.
eine akustik, die ein territorium besetzt.

staub, atembeschlag als temporäres territorium, über zeichen, codes zu markierungen mit angeschlagenem fenster. ist das territorium? ist atem über selbstversicherung der körperfunktion territorium? wie ein tier das absteckt, aber mit atem?

der versuch, sich stoff rüberzuhängen und so bezüge zum ort herstellen (vom fixen ort aus, relation). denkt man dabei das volumen des stoffes mit, das man am körper mitträgt? materialaufladung.

"positioning" in einem raum wie hier, in diesem gebauten raum ohne andere information, da weiss man das maß nicht. wenn man die erfahrung von draußen überträgt wird es ganz schnell prätentiös und starr.
weil er die informationen auf einen selbst rückresonieren lässt.
er hat eine künstlichkeit, die einen anderes maß als der außenraum an relationen.
im außenraum kann man sich andere dinge erlauben.
ist es viel diskreter, kleiner, dass es wach bleibt? dass es sich nicht in eine white box versetzt und es nicht starr wird?

beim sound kann man ständig switchen, wie bei einer jukebox, ist man auf dem geräusch eines anderen, auf autogeräusche, auf den hohen ton (von einer maschine), man hat so viele optionen mit multirhythmischen gefügen.

wie kann man beobachten ohne zu gucken, über den spiegel.

der körper verbindet 2 konstruktionen, wird zum link zu einer konstruktion aus verschiedenen flexiblen stöcken.

durch die unterschiedlichen module, die von den einzelnen unterschiedlich angewendet wurden, hat man sich viel mehr wahrgenommen, hat einem immer wieder unterschiedliche aufmerksamkeit ermöglicht.

TRY OUT 2
performatives modul: erzeugung von sound, aufeinander und miteinander hörend. aktionsraum ist der gang.

ergebnis
körper bewegen sich im raum und erzeugen rhythmen und geräusche, vereinzelte melodieansätze.
übertragung von akustischen eigenschaften auf ein anderes medium, wie z.b. licht (durch periodisches ein- und ausschalten des lichts).

geräusche werden erzeugt durch bewegung - körper, die sich an wänden entlangwetzen und somit auch die architektonischen beschaffenheiten sonifizieren, türen werden zugeschlagen, heizkörper werden bearbeitet. die stimmen werden zwischen murmeln und lautem gesang eingesetzt.
teilweise dringen stimmen aus dem darüberliegenden, angrenzenden innenhof in den gang.
sehr schnell wird die akustische atmosphäre dicht. es klingt so, als ob scheinbar versucht wird, so viel wie möglich unterschiedliche geräusche zu erzeugen. dabei verändern stimmliche, forcierte, gesangseinwürfe, das ansonsten sehr fragile geräuschgebilde markant, indem es sich in einen hintergrund transformiert, der eben seine fragilität und vernetzung verliert.

versuche, sich selbst als akustisches negativobjekt zu definieren, quasi als silence-generator.


fragment 5, marxergasse 1 + noever treppe + wienfluss

datum: 9. oktober 2015
uhrzeit: TRY OUT 1 + 2: 15h / 15:40, TRY OUT 3: 16.30h,
TRY OUT 4: 17.10h
dauer: TRY OUT 1+2: 30 min / 20 min, TRY OUT 3: 30 min, TRY OUT 4: 15 min
beteiligte: jaschka lämmert, günther auer, luka bosse, claudia bosse, florian tröbinger, marco tölzer, stephanie rauch, silvester kreil

ort:
TRY OUT1+2
- marxergasse 1 - ehemaliges finanzamt
- urbaner restraum unterhalb des straßenniveaus, abgegrenzt von der fahrrinne der u4, dem untergeschoss des ehemaligen finanzamtes und der marxergasse. stark bewachsene grünfläche.
- keine frequentierung, außerhalb unserer nutzung.
- kleine-mittlere größe, etwa 8 meter höhenunterschied bis zu straßenniveau. - öffentlichkeit: da unterhalb des straßenniveaus leicht zu übersehen, von dem gehsteig marxergasse und dem fußgängerpfad von parkplatz (neues finanzamt) zur marxergasse einzusehen. einsichtmöglichkeit auch aus der vorbeifahrenden u4.

TRY OUT 3
- unter der noever treppe
- über den köpfen hängendes auskragendes plateau mit einem loch in kreisform, vordere seite links, durch das ein baum wächst. ein fahrradweg durchkreuzt das areal unter der noever treppe
- mäßige fußgängerinnen frequentierung aber einige radfahrerinnen, wird manchmal als autoparkplatz adaptiert.
- gut einzusehen von gegenüberliegender wienflussseite und den seiten.
- das plateau überdacht eine fläche von rund 200m2

TRY OUT 4
- im wienfluss zwischen den brücken weiskirchnerstraße und der nächstgelegenen, den stadtpark verbindend. in richtung stadtpark blickend auf der rechten seite.
- ausbetoniertes kanalbett, begehbare seitenstreifen da das wasseraufkommen an dieser stelle äußerst gering ist.
- direkt im flussbett keine frequentierung, außerhalb unserer nutzung, da für die öffentlichkeit gesperrt. im umfeld und an den seitenrändern allerdings eine vielzahl an passanten und touristen.
- öffentlichkeit: gut einzusehen von den geh- und fahrradwegen entlang der seiten des wienflusses beziehungsweiße von den brücken.
- große dimension, in längsrichtung kein ende sichtbar. die breite beträgt etwa 25 meter.

das "loch" - die seltsame, lang gestreckte  zone mit sehr vielen geräuscheindrücken rundum (ein hohes permanentes pfeifen, die ubahn, der verkehr…), und vielen pflanzen;  hier war die herausforderung , in den einzelnen modulen spezifisch ein thema aufzugreifen und es weiterzuentwickeln, bezug nehmend auf die besondere lage durch die ansicht von oben (diagonalen und horizontalen), auch das miteinander in kontakt treten (z.b. gespiegelte bewegungen) wurde als interessant beschrieben; sowie die aufgabe unsere versuche verbal (claudia stellt sozusagen das projekt vor und geht sehr genau auf die einzelnen aspekte ein, was ich persönlich als sehr unterstützend für uns empfand) vorzustellen ohne, dass der eindruck entsteht - das  geschehende würde kommentiert werden, bzw. ohne sich auf das gesprochene nebst anderen geräuschen zu beziehen. hat aber ganz gut funktioniert.
dann ging es um die vorgangsweise , wie man die besucher erst zu einem stummen stadtspaziergang einlädt, die aufmerksamkeit auf die umgebung, die geräusche der umgebung lenkend, um sie schließlich zur nächsten "station" zu bringen: der "noever treppe", wo zwei engel zu einem rückkoppelnden megaphonflügelpaar sich zum raum, zueinander und vor allem zur selbst produzierten komposition verhalten/bewegen, während über ihnen auf dem dach eine orangene planenskulptur, von florian geführt, sich in einer abgegrenzten zone bewegt. was besonders vom gegenüberliegenden ufer betrachtet seine wirkung entfaltet. - in beiden fällen kommt also das modul mit mitgebrachten materialien zum einsatz. auf ein zeichen - nämlich das sinken jener plane durch das "baumloch", wird die aktion ein stück weiter richtung stadtpark verlegt. dort wird réka (sie war heute nicht dabei, die position wurde aber von luka angedeutet) auf dem cello spielen - bezug nehmend auf die sie umgebenden geräusche.
während im weiteren verlauf des wienflusses eine laufende schimpferin (oder schimpfende läuferin) auf das ereignis der wahlen andeutungsweise bezug nimmt. (viele schaulustige waren sich heute nicht sicher, ob es sich um eine verrückte oder eine kunstaktion handelt, die ja noch werden kann …).
die besucher werden dann weiter eingeladen auf der gegenüberliegenden flußseite entlang des radweges auf dem rasenstreifen die ersten simplen module selbst auszuprobieren und mitzumachen (zwei mädels haben sich heute schon gerne dazugesellt). auffällig an diesem ort - einerseits der laute verkehr , die unbelebte straßenseite jenseits der autos - andererseits ein kleines "vogelparadies" unten am wasser, das mit dem rauschen des flusses sogar ruhe schenkt. (viele jogger).




fragment 6, marxergasse 1

dieses fragment fand statt in kooperation mit urbanize! und wurde einer größeren öffentlichkeit angekündigt.

datum: 11. oktober 2015
uhrzeit: 17h bis 18.20h
dauer: 80min
beteiligte: günther auer, claudia bosse, luka bosse, reka kutas, jaschka lämmert, stephanie rauch, marco tölzer, florian tröbinger

orte:
- raumfolge:
a) restraum marxergasse
b) spaziergang zu noevertreppe
c) noevertreppe auf dem plateau
noevertreppe unter dem plateau
d) spaziergang zur brücke wienfluss
e) auf der rechten seite im wienfluss
f) grünstreifen zwischen fluss und vordere zollamtsstraße
g) spaziergang vordere zollamtsstraße 7
h) eingangshalle der flüchtlingsnotunterkunft
- informierte öffentlichkeit ca. 40 personen

performative module: mit verschieden verwendeten und kombinierten modulen als choreografischer ablauf:
modul 7 - "positioning und measurement", länger, ruhig bleibend,
dann modul 8 - "permanent relations" zu verschiedenen gegebenheiten im raum, schneller rhythmus und im wechsel zu modul 9 - "transforming the acoustic information into movements" und modul 5 - "agitation"

thematisches feld:
territorium und aneignung

beschreibung der aktion / operative anwendung / choreografischer ablauf:
bearbeitungen der räume
a) restraum ca. 30min

sound:
réka spielt am ende des schlauches mit dem cello entweder kleine melodiöse folgen, die sich seriell nach oben oder tonal nach unten verschieben.
oder sie nimmt einen ton der u-bahn ab und behält ihn bei bis die nächste ubahn vorbeifährt, die die akustische landschaft durchtrennt. der wechsel zwischen melodiös oder ton der u-bahn kann sie wechseln, oder nur wechseln wenn eine u-bahn das spiel übertönt.
ich bin im vorderen teil mit mikrofon, die anderen drei (florian, jaschka, stepha) unten verteilt,
marco, luka und günther (mit funkanlage und lautsprecher) sind oben and der balustrade, silvester ist im haus. körperlich praktizieren wir 4 und beginnen bevor die zuseher eingetroffen sind.

wenn die informierte öffentlichkeit von anna hingeführt wird warte ich, bleibe in der bewegung, dann beginne ich zu sprechen.
langsames sprechen mit unterbrechungen, so dass réka mit dem cello hindurchkommt oder auch die u-bahn das sprechen unterbrechen lassen kann.
 
gedanklicher score für mein freies sprechen:
wahltag wien, flüchtlingsheim, wie heute produzieren?
kunst überprüfen in anderen öffentlichkeiten urbanes labor,
bezüge und themen meiner installation im museum
methode der übertragung der themen generelles zum raum, raumproduktion, politiken im raum und körperlichem denken körper, die funktionalitäten unterbrechen.

nach ca. 15 minuten meines sprechens geht florian zurück zu réka und über die leiter rein ins gebäude. wenn réka mit dem cello ihre position gewechselt hat und nun im vorderen bereich steht, geht jaschka über die treppe nach oben, dann schaltet günther mein mikro aus, gibt den empfänger marco, der die engel megafonlautsprecher und die orange blaue plane geholt hat. in dem moment kann ich mich schneller bewegen und stepha nimmt die mitte unten ein, parellel zum instrument das nun im vordergrund ist.

florian, marco und luka gehen vor zur c) noever treppe. florian beginnt mit der bewegung unter der plane auf dem dach (im äußeren eck um das loch) und bewegt sich langsam um die ecke und bewegt aufrecht, unterschiedlich rythmisiert und unter ihr verschwindend die plane mit der orangenen seite nach außen. 
marco beginnt mit den langsamen bewegungen während das mikro zum lautsprecher auf feedback ausgerichtet ist. marco versucht mit seinen bewegungen nah am lautsprecher dem feedback zu entkommen, was unmöglich ist, und wendet modul 8 erweitert an, d.h. eine bewegung wird von oder durch einen sound ausgelöst. zugleich komponiert seine bewegung die klänge des feedbacks.

jaschka ist inszwischen oben und bittet die zusehenden, ihr langsamen schrittes in einem b) silent walk zu folgen und sich auf die akustischen territorien, die man durchschreitet, zu hören.

von ferne sieht man die bewegte plane auf dem dach. darunter ist florian.
erste töne hörbar feedbacks auf der brücke
in der annäherung an den ort c) verbindet sich die bewegung unter plane/ der plane mit den sounds. ca. 12 minuten.
dann marco allein unter dem dach.
nach einigen minuten luka. hockt sich vor den lautsprecher, zieht ihn an. engel.
jetzt bewegen sich beide. der rythmus verschiebt sich. nähe und distanz. unterschiedliche töne.
jaschka entweicht unauffällig zum wienfluss, réka ist schon da.
ich gebe florian das zeichen, die durch das loch plane fallen zu lassen. das beendet den tanz beider männer zu den von ihnen initiierten feedback-tönen.
beim fallen der plane gibt silvester, der auf der brücke am wienfluss

e) steht, das zeichen für jaschka zu laufen und mit der anwendung von modul 5 "agitation" zu beginnen.
réka spielt hohe glissandi auf dem cello wie eine waffe zu den später zuschauenden.
beim fallen der plane gehen luka und marco unter dem dach auseinander. luka geht richtung brücke, wo er auf günther trifft, der ihm den empfänger abnimmt, den er nun zur lautsprecherverstärkung von réka benötigt.
derweil unter dem dach trifft stephanie in die mitte des raumes und bittet die anwesenden, ihr zu folgen. florian kommt nun vom dach und über den zaun. er säumt die konstellation während marco als letzter die plane einsammelt.

d) alle ziehen zur brücke vom  wienfluss.
ca. 7 minuten. jaschka rennt im fluss dreht sich zu den zuschauenden, gestikuliert, schreit. einzelne worte sind verstehbar. energie spürbar, aggression DEMOKRATIE, IDIOTIE,… etc.
geht wieder bis hinter die gegenüberliegende brücke zurück und rennt wieder vor. das wiederholt sich mehrmals. nicht endend.
auch absurd
nah an der brücke steht im flussbett réka mit dem cello. sie spielt nun hohe glissandi, verstärkt und hörbar durch den lautsprecher auf der brücke.
eine relation der straßengeräusche, der stimme, dem cello, den pferdehufen, dem geschrei, lachen,
dann bitte ich die gruppe weiter über die straße. 

ich lade sie ein, auf dem  grünstreifen auf ca. 200 meter aufgefädelt das modul 7 gemeinsam anzuwenden.

f) ca. 10 minuten
am ende der zeit bitte ich die positionierten einzeln mitzukommen.
die gruppe schließt auf, wird wieder größer, wie eine perlenkette.

g) und wir gehen ohne erklärung richtung flüchtlingsunterkunft. 
silvester kommt mir entgegen.
es geht nicht, angela (mit der ich den besuch abgesprochen habe und sie in eine erläuterung der raumnutzung und raumregeln im nun umdefinierten finanzamt gebeten hatte. " ja sehr gern") ist nicht da.
gerade seien busse angekommen.

h) wir gehen trotzdem hinein. es ist voll.
bei der nachfrage nach angela, schreit mich der einsatzleiter an. sie dürfe so etwas nicht entscheiden, hysterie. also gehen wir durch den raum hindurch. viele arabisch aussehende menschen an biertischen und bänken, die behelfsweise aufgestellt sind. wir gehen durch. und stoppen im nahegelegenen treppenhaus.
ansage, dass dies nun der abbruch, das ende ist, weil die geplante erläuterung dieses territoriums und seiner raumreglements gerade nicht möglich ist. einbruch von realität.

ergebnis:
das gesamte fragment als sehr akustisch wahrgenommen, die übergänge von stadtsounds und den sounds, die von uns produziert wurden. die wechsel der räume und auch der situationen hat gut funktioniert - mit wechseln von teil-sein einer situation, zuschauer-sein und selbst aktiv zu sein oder teil einer noch größeren gesellschaftlichen situation zu werden. in der beteiligung am grünstreifen sind alle sehr engagiert. und durch die menge entsteht etwas anderes. eine schräglage in dem stadtraum. erfahrung. einnahme. informierung durch körper. in wieweit das thema präsent war oder eher das ereignis der bespielungen und räumlichen ergreifungen ist die offene frage.

was erzeugt welche aufmerksamkeiten und welche konzentration? wann ist es möglich, welche information in diesen anderen räumen, ästhetisch entstehen zu lassen, zu verdichten? und sie aus dem anekdotisch anderen herauswachsen zu lassen. andere mögliche wirklichkeiten und deren entstehung.
viele haben den raum, in dem wir begonnen haben noch nie wahrgenommen.

nachtrag:
anschließend suche ich angela, um mich zu entschuldigen. kein problem! die leute, die mit einem plan wie der einsatzleiter kommen, scheitern hier, weil alles im moment stattfindet. die meisten leute können mit stress nicht arbeiten. aber anders geht es hier nicht. sie haben 4 schlüssel für 1500 personen. manchmal freiwillige, die wenig zu tun haben. manchmal zu wenig leute für zuviele flüchtlinge. check in check out. jeder nur für eine nacht. das bundesheer spendet das frühstück. manchmal kommen gemüsehändler, die etwas vorbeibringen. offene speisen dürfen sie nicht annehmen, weil leute die flüchtlinge vergiften könnten. 
einige sind seit jahren auf der flucht, kommen über beirut oder andere stationen.
manchmal wohnen da 500 menschen für eine nacht, manchmal 1200. zum schlafen gibt es liegestühle oder isomatten. eigentlich laken, kopfkissen und decken. manchmal auch nur die matte. seit 2 tagen dürfen familien länger bleiben.
 


fragment 7, hütteldorferstraße 2h

datum: 12. oktober 2015
uhrzeit: 15.40h bis 17.40h
dauer: 2 h
beteiligte: claudia bosse, luka bosse, silvester kreil, stephanie rauch, florian tröbinger, varinia canto vila

ort:
stadthallenbad
- schwimmbad / sprungtürme / 50m becken / kinderbecken
- kantine / raum für trockentraining / zuschauertribüne / duschen
- frequentierung: schwimmgruppen / badeaufsicht / private schwimmer_innen
turmspringer_innen / kindergruppen, eltern
- dimension: ?
- öffentlichkeit: öffentliches bad der stadt wien, besucher_innen

thematisches feld:
kulturelle projektion / ethnographische fotographie / erotik, pornograpie

beschreibung der aktion:
beginnen mit "positioning" (etablieren eines ortes innerhalb des raumes), "gestures of measurement" (verhältnisse zur architektur, objekten, personen), übersetzung der vorlage (ethnographische fotografien aus dem archiv des weltmuseums mit denen claudia bosse im second/third step to iIDEAL PARADISE gearbeitet hat) mit dem fokus auf das verhältnis des fotografen zu den fotografierten - arrangement, körperhaltung / ausrichtung(en), verhältnis zur kamera/dem fotografierenden. re-information eines bereits informierten raumes, einen raum für spezifische körperpraxen (schwimmen, turmspringen, etc.).

ergebnis:
schon beim "positioning" hat sich relativ schnell die frage nach dem ausmaß der intervention gestellt - ab wann wird eine aktion zur übertretung? wann werden gegebene (stille) vereinbarungen überschritten? => hausordnung
unsichtbar werden und den sozialen raum / die abläufe verstehen lernen, um dann
von / aus diesem sein-mit-anderen eine differenz zu produzieren.
die badehalle hat eine eigene, spezifische zeit welche einfluss auf die dauer der einzelnen aktionen nimmt - wieviel zeit braucht eine aktion, haltung um zu existieren bzw. aus dem normalbetrieb hervorzutreten? da die zum teil nasse fliesen sehr rutschig sind, muss man die geschwindigkeiten der bewegungen an diese verhältnisse anpassen. einige der schwimmer_innen, turmpsringer_innen haben vor ihrem training sehr spezifische dehnungsübungen gemacht, welche zum teil unseren untersuchungen ähnlich waren. bei der frage der übersetzung der fotografien waren unter anderem wichtig: wieviel wird von der jeweiligen körperhaltung übersetzt / was sind die spannungsverhältnisse / wohin ist der blick gerichtet / in welchem verhältnis zum raum, der architektur, den anwesenden besucher_innen wird der körper gesetzt / wie kann der körper wach und durchlässig bleiben über einen bestimmten zeitraum bzw. auch im verhältnis zum wahrgenommen werden durch besucher_innen, kinder? wichtig war für mich auch am anfang die dauer von zwei stunden im bewusstsein zu haben, um darüber die rhythmik der übung zu definieren.
das öffentliche bad ist auch ein raum von diskreten intimitäten durch das ständige teilen mit anderen körpern in badebekleidung. im becken mussten wir uns teilweise der rhythmik und den vereinbarungen, die dort vorherrschten, anpassen (z.b. in den bahnen wo trainiert wurde).

anmerkung
die verschiedenen gesten die durch den ort, seine funktion motiviert werden archivieren um sie in anderes informierte räume zu setzten. das verstehen von körperpraxen an den dafür informierten räumen als choreografisches element begreifen.




fragment 8, nordwestbahnhofgelände

date: 13 october 2015
time: 4pm-6pm
duration: 2 hours, 8 slots of 10 mins impro slots
contributors: claudia bosse, florian tröbinger, luka bosse, stephanie rauch, réka kutas, varinia canto vila

place:
- where: parking lot and waste land nordwestbahnstraße, in front of the former megaplex
- typology: parking lot and waste land
- frequency of visitors: lonely workers passing by (track drivers)
- dimension big area
- publicity: was not informed. spontaneous and there were passers by and bus drivers that watched what we were doing

thematic field: acoustic movement

exercise:
TRY OUT: creating a shelter and territory within 10 min. - use material which was brought or found at the parking lot. what could this construction process mean/be if you keep in mind that it is also a form of ritual?
TRYOUT 2: listen to the acoustic soundscape which is there at the parkinglot and let this sound(s) be the cause for movements.
TRY OUT 3: create together as a group a shelter and territory within the framework of a ritual.
TRY OUT 4: move as a group towards the acoustic soundscape of the parking lot.
TRY OUT 5: bring movements/gestures/exercises observed or done at the pool the day before to the parking lot.
TRYOUT 6: follow the acoustic soundscape at the terrain vague. first alone then
TRY OUT 7: as a group
TRY OUT 8: subversive dialogue at the parkinglot. topic: sexual racism. from one shelter to another.
(10m distance)

acoustic movements means creating an acoustic sound/rhythm scape in which movement follows or is the result of how music/rhythm is produced or the body follows an already given or existing soundscape.

result:
in order to create a shelter with territory in 10 mins, decisions have to be done quite fast, even though the base rhythm is quite quick you can variate. what would it mean to build a shelter, mark a territory within the framework of a ritual? which material is used? is material used?

first the acoustic soundscape was smashing since there where a lot of different sounds, some more stable (in terms of repetition or duration), others popped up unregulary or even once only. my strategy was to pick different hights for different movements. important also was the rhythm and the repetition of sounds.
since there was constant sound i decided to be in movement all the time. trying out different speed according to the intensity of the given sounds.

first understand what it means to construct as a group. argree or disagree with certain decisions or propositions. soon the streetlight in the middle became a loaded, grounded spot which transformed then into a totem. understand the constructing already as a ritual. after the construticon process a different kind of ritual in form of movements took place. as if the shelter/territory now needs to be loaded.

moving as a group towards the sound scape caused misunderstandings. for me it was important to understand which sound is the cause for a movement - another strategy was to simply copy a movement first without understanding its cause but through repeating that coming to the cause.

understand the time and rhythm of a movement/gesture/exercise in order to transpose it. how does the parkinglot inform or re-inform the material or the other way round? first it was quite hard to insist on the specific qualities of the poolmovements/gestures/exercises but then a certain transformation took place. as if the gesture opened up a different space.

to follow the acoustic soundscape at the terrain vague was quite hard since the space itself seemed to mash up all the acoustics so that it became hard to differentiate. therefore one was forced to move quite close to the source of sound production to distinct and let the body be informed. in general the movements where much more delicate and subtle. the range of movement became limited.

the subversive dialogue was interesting since due to the acoustics and varinias level of speaking i could only part wise understand what she was replying. therefore a lot of (productive) misunderstandings had to be weaven in. i was also forced to listen very closely in order not to lose her.


fragment 9, urban-loritz-platz 2

datum: 14. oktober 2015
uhrzeit: 14.30h bis 17.00h
dauer: TRY OUT 1: 20 min, TRY OUT 2: 60 min, TRY OUT 3+4: je 10 min
beteiligte: varinia canto vila, florian tröbinger, stephanie rauch, claudia bosse, luka bosse, silvester kreil

ort:
- hauptbücherei wien in den geschossen 2 und 3, beschränkt auf die "colleges" 2 (lokal-regional-global), 3 (standpunkte) und 6 (know-how).
- jedes geschoss bildet eine große ebene die vertikal durch bücherregale definiert wird, außer bei gehwegen gibt es fast keine direkten sichtachsen. in der mitte des gebäudes gibt es einen vollverglasten lichtschacht, hier bieten sich blicke zwischen den ebenen und gegenüberliegendem.
- hoch frequentiert, besonders in der zeit von 16.00h bis 18.00h, besucher aller alters- und gesellschaftsgruppen, viele student_innen.
- bauwerk großer dimension
- öffentlichkeit: die benutzer_innen der bibliothek wussten von unseren absichten nichts, das personal war informiert. da die meisten besucher_innen ohnehin sehr konzentriert arbeiten, fallen die lautlose körperpraxen nur wenigen auf. temporär exponiert, da manchmal geschützt durch die regalstrukturen aber dennoch in ständiger öffentlichkeit.

übersetzung des thematischen feldes:
museale– und wissensanordungen, ihre displays und strukturierungen am beispiel eine bücherei.

übung / performatives modul / fragestellung:
20 min modul 7 positioning with measurements,
60 min modul 4 choreographie
in einer gegenbewegung
4*10 min modul 16 narrate an image

beschreibung der aktion / operative anwendung:
mit der ersten übung (modul 7) war das ziel in diesem neuen raumsetting anzukommen und durch das "messen" ein besseres verständnis für die gegebenheiten zu erlangen.

der zweite versuch, dauernd eine stunde, intensivierte dann das verhältnis und den bezug auf das in diesen räumen geordnete wissen und welche ordnungsstruktur die colleges aufweisen. die aufgabe war nun sich ein oder zwei benachbarte bücherregale auszusuchen die für einen selbst thematisch interessant sind. in diesem "raum" sollte nun mit bezugnahme auf die bücher und ihre themen eine auseinandersetzung in form körperlicher bewegung entstehen.

im letzten versuch wählten die akteur_innen ein regal, ein fach von büchern die sie als material für eine spontan erfundene geschichte verwendeten. es wurde dabei ein buch nach dem anderen geöffnet und bezug auf bilder und text genommen und so weiter und weiter erzählt. maximal 10 minuten pro person.

ergebnis:
auch wenn die darsteller_innen verteilt in der ganzen bibliothek keinen kontakt während den übungen hatten ergaben sich immer wieder ähnliche abläufe. vermutlich der struktur der bücherregale geschuldet konnte man viele vertikale bewegungen beobachten. auch die verschmelzung bzw. das durchgreifen der regale kam immer wieder vor. sei es um noch direkter mit dem content in verbindung zu treten oder weil das regal selbst als der zentrale raum wahrgenommen wurde.

die 60 minuten übung brachte im nachhinein den meisten diskussionsstoff und zeigte die größte diskrepanz bei den empfindungen der darsteller_innen. während für die einen 60 minuten gerade so für eine seite des regals gereicht hatten, da der inhalt der bücher als so inspirierend angesehen wurde. gab es für andere zu wenig bezug auf den raum selbst.

anmerkungen / beobachtungen / sonstiges:
lautlose körperchoreografien werden an diesem ort der ruhe nicht schnell beachtet, man könnte hier wohl noch etwas mehr wagen.




fragment 10, mittersteig 10

datum: 15. oktober 2015
uhrzeit: 13.00h bis 17.00h
dauer: 9 try outs zu je 15 min.
beteiligte: claudia bosse, luka bosse, varinia canto vila, silvester kreil, jaschka lämmert, bärbel müller, stephanie rauch, marco tölzer

ort:
- carla mittersteig, drei große, hintereinander liegende, miteinander verbundene hallen, in denen second hand ware angenommen, sortiert und verkauft wird.
- in der mitte führt ein gang durch, links und rechts davon ist die ware in unterschiedliche themengebiete eingeteilt. wir haben uns mit den gebieten büro/tische und stühle/geschirr/design/kinder/bücher/kästen/sofas/betten auseinandergesetzt.
- die öffentlichkeit, die wir mit unseren try outs konfrontiert haben, bestand zum ersten mal überwiegend aus menschen unterschiedlicher länder und kulturkreise. es waren personen, die zum anschauen und kaufen der ware gekommen sind. das von uns praktizierte fragment 10 war nicht öffentlich angekündigt, nur die verkäufer und mitarbeiter des carla waren über unser tun informiert. zwei personen unserer gruppe haben das praktizieren durchgehend beobachtet.

übersetzung des thematischen feldes:
object, relation to the object, collection

übung / performatives modul / fragestellung:
kombination aus modul 7, modul 12 (ohne narration) und modul 13

beschreibung der aktion / operative anwendung:
wir haben als gruppe ein warengebiet nach dem anderen in einheiten zu je 15 min. bespielt. zwischen den einzelnen gebieten gab es keine pause. der fokus des arbeitens lag darauf, die räumliche aufteilung des gebiets zu verstehen, die dinge und objekte zu erfassen, ihre geschichte ins bewusstsein zu rücken und inhaltliche sowie körperliche bezüge herzustellen.

ergebnis:
dadurch, dass die dinge, objekte und situationen jeweils so unterschiedlich waren, mussten wir uns in jedem warengebiet komplett neu orientieren. es war generell ein sehr aktives fragment, was durch das kaufpublikum noch verstärkt wurde. das agieren als gruppe war die einzige konstante und hat die frage aufgeworfen, durch welche art des praktizierens man in ein "abgekapseltes tun" kommt, zu dem der rest der gruppe keinen zugang mehr hat (z.b. theatrale momente). auffallend war, dass sich langsame und stetige aktionen stärker eingeschrieben haben und dinge wie das nachahmen und eingehen auf aktionen anderer interessanter anzusehen waren als das ausprobieren und abhandeln vieler unterschiedlicher dinge.

anmerkungen / beobachtungen / sonstiges:
nach diesem fragment hat sich das gefühl eingestellt, das carla als ort zu verstehen, aber es war sehr klar, dass es noch viel mehr zeit bedarf um die module dort durchdeklinieren zu können.
ein wichtiger nächster schritt wäre zum beispiel, die gruppe auf die unterschiedlichen warengebiete aufzuteilen.

 


fragment 11, laudongasse 15

datum: 16. oktober 2015
uhrzeit: 14.00h bis 17.30h
beteiligte: günther auer, claudia bosse, luka bosse (audio), varinia canto vila, anna etteldorf (bis 15:30), silvester kreil, stephanie rauch, marco tölzer (foto)

ort: austellung klimesch
- österreichisches museum für volkskunde, laudongasse 1080 wien
- austellungs-display mit 3 räumen und den aufgekauften objekten des stahlwarenhandels klimesch, raum 1) ca 40m2 mit einem verkaufstisch, video und 125 kartons, raum 2) ca 100m2 mit einen langgezogenen spanplattenplateau, auf dem objekte arrangiert sind, raum 3) 70m2 mit kleinerem und flacheren plateau mit objekten und einem regal an der gegenüberliegenden wand.
- schwache frequentierung, wenige (5)besucher der ausstellung sowie das durchlaufende publikum des im 4. raum stattfindenden symposiums zu museum und ethik (25-30)

übung / performatives modul / fragestellung:
body relations towards an object and transforming the object out of its normal use
20 min modul 13 (insert your body and create difference)
7 min reflections
30 min modul 11 (construction of a territory, marking the space. focus on the interacting body)
7 min reflections
7 min modul 12 (narrate your story as a perceiving object, choose your object/ each one max 7 min), (recorded of günther, stephanie, silvester, varinia, claudia)
15 min reflection and break 
10 min modul 4 (choreography) choreography in the inbetween spaces of the objects in the space, connect all spaces
20 min variation of modul 11 (constructing a territory) reorganize the spaces with creating and realizing your categories of order

ergebnis:
we got rules of the curator to deal with: do not destroy recognizable orders already done, do not eliminate traces of others on the objects. so we intervene in a defined and artificial environment with a particular focus.
modul 13: the objects are already out of context and in a display in a museum. most of them, in comparison to the objects in carla mittersteig, have no history of use. they are theatricalized in the display in their function without function. 
modul 11: difficult not to exhaust yourself by following an idea, but rather to play with creating different categories as the creative possibility. difficult not to forget the focus on the rhythm and movement of operating body and not to the territory in construction.
modul 12: when does the consciousness of an object start? in the production process? the object can become a tool to reflect on society as an object and its perceived experience. how long the ambivalence about the speaking position opens a field of imagination
modul 11: simple order offers sometimes complex situations of the involved according objects (colour, material etc). complex orders sometime fail because the idea dominates the objects.
general: many different pieces of information are in the space, exhausting in watching. also a question of scale, because many little objects are involved. at first view chaos is displayed. the attention of oneself or someone else is permanently changing the space, because in time via operations the order of informations changes, because via one object the context of all can change. so the objects are all related to time, being apart of their production history (some still in plastic) without time. preserved in the museum. so in this way they are objects without a change. in a display dedicated for changing meaning. in a museum. that decides the meaning because of its public and dedication.





fragment 12, westbahnstraße 60

datum: 20. oktober 2015
uhrzeit: 17.00h bis 18.00h
dauer: 60 min
beteiligte: günther auer, claudia bosse, luka bosse, silvester kreil, jaschka lämmert, florian tröbinger

ort:
- schnell & sauber
waschsalon högn wien 7
westbahnstraße 60 / ecke urban-loritz-platz
- ein länglicher raum mit einer verbreiterung im eingangsbereich. 2 eingänge direkt von der straße. große fensterfronten auf beiden zur straße gehenden seiten. symmetriebetonte einrichtung (mit waschmaschinen, trocknern, sitzbänken). 2 getränkeautomaten, 1 waschpulverautomat mit leuchtenden bedienfeldern, 1 stumm geschalteter fernseher. die akustik war größtenteils von den waschmaschinen bestimmt. an einer breitseite eine runde analoguhr. die sicht nach außen war von vor den fenstern aufgestellten baugerüsten dominiert.

öffentlichkeit:
einige kund_innen im waschsalon

übung / performatives modul / fragestellung:
zuerst über "positioning" den raum erfassen. dann in einem transfer die haltungen der abgebildeten auf den fotos vom erotikraum einnehmen. unter berücksichtigung der ortes. und dazu der sound vom erotikraum über einen transportablen lautsprecher.
danach der selbe ablauf, ohne sound, aber mit hinzunahme des tools, das dan graham in einer seiner performances verwendet hat.

TRY OUT 1
modul 7 positioning with measurements
"
be where you are. conscious and with your muscle and mind. choose and take a position in space as a position, an attitude, a perspective. activate with your mind, your concentration and your muscle to be actively on this spot. receive information towards this spot. stay for this modul 7 at the spot of the position. you can turn, move around or shift the body to different levels at the position. from there measure or relate with different parts or articulations of the body towards concrete buildings, constructions, elements, objects, vehicles or plants in the space. you measure or relate with your body towards different consistency of appearances in the space. do not become a sign stay liquid and active in any relation."

nach 20 minuten langsam übergehen zu
modul 15 create situated bodies
"convert bodies from photographs or paintings and reconstruct the relation of the photographer (painter) and the photographed bodies. take the gaze on the documented or staged body and create this relations as the pictured body in the actual space. the tension and organization of this pictured body is the material for movement and the converting from your actual body tension into partly and sequential information you get from the photograph."

TRY OUT 2
modul 7 positioning with measurements
nach 20 minuten langsam übergehen zu
modul 15 create situated bodies
dann zusätzlich
modul 6 re-en-act
"re-enact art actions or acts of activism you find relevant.
the reenactment happens alone. even when the original act was done by several people or even thousands. the impossibility is the condition of the re-enactment of art actions or acts in art or activism."

diesmal: dan graham: performer/audience/mirror
das heißt, beschreiben, was man gerade tut (z.b. mein rechter kleiner finger berührt meinen rechten ringfinger, etc.) und dann, was man gerade bei jemandem anderen sieht (er steht auf, kratzt sich mit seiner linken hand den hintern, etc.).

anmerkungen / beobachtungen:
TRY OUT 1
heftig, weil so viele emotionen in den bildern von den frauen stecken. wut zum beispiel. vor allem beim "positioning" ist es wichtig, diese emotionen zuzulassen.
im bezug auf die anordnung im raum muss man seinen körper ziemlich behaupten. sehr auffällig ist der wechsel zwischen innen- und außenraum.
der raum ist schwierig, weil er so funktional und geometrisch ist und der symmetrie der dinge im raum.
in verbindung mit den fotos sehr stimmig - in beziehung auf behauptung im raum. es ist schwer, den raum nicht sofort zu einer szene zu machen. welche anwesenheit hat man, welche zeit hat man in der bewegung mit den anderen körpern und dabei keine lücken zu haben.
die akustik des raums hat atmosphärisch alles überdeckt. das war eine ganz andere welt, förmlich ein schutzraum.
gerade die geometrie, die symmetrie war sehr angenehm. die störung der anderen körper, durch die besetzung, überall waren die achsen schon besetzt.
sehr schwer, situativ zu arbeiten, eher steril. ist man mit den anderen körpern anwesend? jedesmals wenn die positionen gewechselt wurden, wurde abgebrochen bis zu den nächsten positionen. als sehr schön (von luka) empfunden wurde der abbruch und das hinübergehen zu den fotos, um neue haltungen abzulesen.
wann ist man wo und wer? form und verhältnis.
das rausgehen aus dem verhältnis zum geometrischen raum war sehr wichtig, war auch bewusst gesetzt, das einnehmen der anderen perspektiven.
der raum hat sehr viel mit den fotos zu tun. geometrien, ausgerichtet sein, symmetrien, achsen.

TRY OUT 2
problem, wenn jemand das try out früher (für sich) beendet - hinsichtlich der konzentration und der losigkeit für die anderen.
dazu die frage der position der zuschauer_innen: wie ist man mit anwesend oder versucht man aus allem herauszutreten? es ist dann sehr komisch, wenn man nicht weiss, ob die anderen performer_innen dabei sind oder nicht. generell immer die frage: was ist teil des gefüges, was ist nicht teil des gefüges?

das hängt auch zusammen mit der überwindung, kunst im öffentlichen raum zu machen.
eine etwas andere sichtweise ist, nicht über den kunstbegriff die aktionen im öffentlichen raum zu beschreiben, sondern als untersuchungen unter speziellen bedingungen. wo versucht wird, andere ebenen einzuziehen. inklusive der frage nach der nähe zu anderen, was bedeuten die unterschiedlichen distanzen unter diesen speziellen bedingungen. ignoriert man, ob neben einem etwas anderes stattfindet, oder eben nicht.
es ist nicht unrelevant, in welches verhältnis man sich zu der realität setzt.
man wird nicht überall nur das tun, mit dem alle unbeteiligten einverstanden sind. wie wird man selber nicht künstlich in der vorsicht, wenn man agiert? wo bin ich? wer bin ich in dem?
die frage nach dem sprechen: nicht vor sich hinbrabbeln, sondern adressieren, sich an jemanden richten. nicht ein reden um reden zu wollen, sondern veröffentlichen.
graham ist mit sich, mit seinem körper, eine eigene bewegung des sprechens.

mit der sprache wurden die performer im waschsalon, als figur mit der sprache, sehr hermetisch.
es wird dann zu einem kunstbrabbeln, ohne information.
eher sprache als kommunikation in einer komischen gleichzeitigkeit.
angemerkt werden die unterschiedlichen varianten des murmelns: zuerst der akt des überhaupt-sprechens, nachdem eine halbe stunde zuvor überhaupt nicht gesprochen wurde, was wird abgerufen, dann das gerichtete reden zu zufällig anwesenden, und dabei die grenzen bemerken, die in einem selbst entstehen. ausgelöst durch die unterschiedlichen sprechmodi, in denen sich die zufällig anwesenden befinden. eine grenze, die mit der vorstellung des eindringens in eine kommunikation anderer zu tun hat. die leute sprechen, kommunizieren, dialogisieren. im unterschied zur performance von graham, der der einzige sprecher war, auf den das publikum sich bewusst ausgerichtet hat.
interessant an graham ist, dass man normalerweise in einer ununterscheidbarkeit zu seiner haltung ist, die man nicht klar zuordnen kann und plötzlich sich und das andere im moment der beschreibung mit inkludiert und das als öffentlichkeit. öffentlich machen zu dem menschen neben einem, aber auch zu den anderen performer:innen untereinander. diese veröffentlichung verbindet sich dann mit etwas und ist nicht einfach kapsular, dann wird es einfach "kunst". die frage nach dem unangenehmen: kann das aufgenommen werden und damit gearbeitet werden?

nochmals die fragen nach untersuchung vs. kunst?
hat das mit einem legitimierungsprozess zu tun?
man muss erst anwesend sein mit den anderen leuten, um den anderen raum zu schaffen und nicht gleich über den anderen raum einsteigen. man hat dann mehr möglichkeit zu verschieben. man muss dann teilweise bewegungen erst legitimieren als äußere erscheinung (z.b. über das fernsehgucken kann man in eine andere bewegung kommen). also ein äußerlicher grund, über den man irgendwo hinkommen kann. also sich mit den informationen, die am jeweiligen ort vorhanden sind, in bezug setzen und nicht einfach das aussparen.
aber auch die anwesenheit anderer wirkt zusätzlich ein, "verbiegt" nochmals die bezugnahmen zum ort, energien und gegenenergien, die aufeinandertreffen.
es geht um die aufmerksamkeit der abweichung, um dann wieder die situation zurückzuholen, damit wieder agiert werden kann. man kann nicht flüchten, was sehr schwierig ist. wo der blick der differenz nicht mich auf mich zurückwerfen lässt.
es ist ständiges verhandeln, der raum ist ständig bedroht, der nicht mir gehört.

frage nach dem bildmaterial (aus dem erotikraum).
die emotionen, die beim betrachten geweckt werden, mit der sprache verbinden? vielleicht interessant die emotionen in verbindung zu setzen mit den anderen dingen. das ausstellen, mit den emotionen als tool, die emotionen, die man interpretiert. man geht in die position der abgebildeten, emotionen entstehen. die emotionalen schichten (von den bildern, mit dem ort, etc.) erfassen und mit denen arbeiten. man ist sich bewusst, dass man emotional informiert wird, aber dass man das nicht wird. man hält sich daran nicht fest. z.b. geht man in eine emotion hinein und das generiert wieder bewegung. es geht dabei nicht um eine "emotionale" erzählung. das, was über eine bestimmte haltung erzeugt wird, hat vielleicht emotionale folgen, folgen einer bestimmten kondensierung im inneren, aus der folgebewegungen entstehen. das ist vielleicht eine möglichkeit mit emotionen zu arbeiten.
man wird zwar informiert, aber man wird nie was man tut - als grundbedingung. man ist sich bewusst, hat aber immer noch ein verhältnis dazu. man bewertet nicht. man könnte es aber versuchen als tool.
das hat aber nichts mit sprechen zu tun. es geht im vorliegenden fall eher darum, zu beschreiben, wie einen andere sehen (dem titel der arbeit grahams entsprechend). obwohl es nicht wirklich die leute hier im waschsalon gibt, die das genau beobachten.



fragment 13, gablenzgasse 3 + urban-loritz-platz 2a + westbahnstraße 60

datum: 22. oktober 2015
uhrzeit: 13.00h bis 18.20h
beteiligte: günther auer, claudia bosse, luka bosse, silvester kreil, baerbel mueller

ort:
lugnercity / stadtbibliothek / waschsalon

übung / performatives modul / fragestellung:
- lugnercity: modul 1 subversive dialoge (zu den themen "territorium und aneignung" / "anthropologie und erotische rassismen")
- bibliothek : modul 4 choreografie in einer gegenbewegung, modul 6 re-en-act
- waschsalon: modul 7 positioning with measurements, modul 11 constructing / marking territory (akkustisches territorium kreierend durch beschreibung der körperlichen tätigkeit)

beschreibung der aktion / operative anwendung:
lugnercity:
auf verschiedenen ebenen verteilt auf mind. 15 meter entfernung einen dialog führen (unterschiedliche tempi) … bis die security kam.

stadtbibliothek:
1. anfänglich in der bibliothek hat sich jeder in einem abgegrenzten segment bewegt; eine differenz zu den gegebenen raumkonventionen erzeugend (konventionelle posen ins gegenteil verkehrend)
2. weiters haben wir bewegungsabläufe (choreografie) angefangen zu entwickeln, die sich aus der notwendigkeit (unterschiedliche regalhöhen, gegeneinanderstehende buchtitel) ergeben.
3. ein narrativ aus der aufzählung von buchtiteln in gewissen segmenten entstehen lassen.

waschsalon:
nach dem "fragment 12" am 20. oktober ging es uns hier dieses mal besser, weil wir uns entschiedener mit und gegen unsere umgebung in ein verhältnis gesetzt haben.
angefangen mit "measurements", war es anschließend klarer, wo man sich überhaupt befindet (in gutem verhältnis zueinander und konkret zum raum), als wir danach alle möglichen module kombinierten oder schnell wechselten - (wichtig hier waren auch rhythmische wechsel) - auffallend wechselnd auch je nach der kundschaft, den leuten, die einem in diesem recht intimen raum begenen. manchmal fast komplizenhafte dynamiken.

anmerkungen / beobachtungen:
im waschsalon stehen durch die aufgabenstellung mit den fotos im vergleich zu den anderen orten nicht der raum, sondern diese bilder im vordergrund





fragment 14, heldenplatz + schottentor (passage)

datum: 26. oktober 2015
uhrzeit: 14.35h bis 15.50h
dauer: 75min und 67min
beteiligte: silvester kreil, florian tröbinger

ort:
heldenplatz (straße zwischen burgtor und ballhausplatz)
schottentor (unterführung zwischen den aufgängen)
- am heldenplatz sehr hohe frequentierung wegen des nationalfeiertags und den damit verbundenen festivitäten bzw. der schau des bundesheeres
- auch am schottentor hohe frequentierung weil viele nach dem heldenplatz und parlamentsbesuch die passage am nach hause weg queren
- passanten, militär, polizei, zivilpolizei, touristen

übung:
stehen, lange an einem ungeschützten ort/platz

beschreibung der aktion:
in beiden fällen habe ich einen hochfrequentierten, exponierten platz gesucht, um dann für mindestens eine stunde dort zu stehen. hüftbreites stehen mit klarer ausrichtung des zentrums, leicht schräg um einen möglichst hohen widerstand zu den bewegungsrichtungen bzw. raumkoordinaten zu bilden.

ergebnis:
platz einnehmen. richtungen definieren: im fall des heldenplatzes habe ich die position so gewählt dass der körper eine relativ breite widerstandsfläche zu der größeren bewegungsrichtung (hin zum ballhausplatz bzw. zum burgtor) bildet. zum weniger starken bewegungsstrom (von der nationalbibliothek richtung volksgarten) war der körper in leichter schräge ausgerichtet. die bewegungströme waren langsam und ruhig, immer wieder ansteigend (je nach der spektakeldramaturgie am heldenplatz), sich verdichtend um sich danach wieder aufzulösen bzw. an andere orte ziehend. gruppen, paare, eizelpersonen, militärstreife, polizei, familien, …

nach einer bestimmten zeit des stehens beginnt der körper an gewissen stellen zu 'frieren' - langsame bewegungen der zehen, immer wieder öffnen der fußsohlen; versuchen bewußt an ort und stelle zu bleiben, durchziehen lassen der gedanken, verschieben des fokus bzw. der richtung der augen (nahe - ferne - boden - etc.); plötzliche trauer, durchziehen lassen; ständige gewichtsverlagerung in unterschiedlichen rhythmen vom linken auf den rechten fuß (kaum sichtbar); zentrum bleibt in der gleichen richtung - richtung von kopf und augen verändern sich; immer wieder abfließenlassen der haut, des fettes, des fleisches;
=> wie kann der körper über eine bestimmte dauer präsent und vor ort bleiben?

aktives prozessieren der räumlichen verhältnisse, bewegungen, strömungen; hinten - vorne - seite;
=> wie kann der körper trotz stehen aktiv bleiben?

kurz nach dem beginn in der schottentorpassage eine unglaubliche einsamkeit, getrenntheit vom geschehen vor ort - ich nehme an, dass hat damit zu tun dass in der schottentorpassage alle passant_innen sehr zielgerichtet durchgehen - niemand verweilt länger an dem ort, das tempo war generell viel höher als zuvor am heldenplatz. auch war deshalb der arbeitsaufwand viel höher: nur um vor ort stehen zu können in einer andern dauer. ständiges wachhalten bzw. prozessieren von innen und aussen. weniger widerstände im körper als am heldenplatz bzw. andere widerständigkeiten. wie kann sich der fokus von dauer auf aufmerksamkeit(en) verschieben?




fragment 15, parlament + schwedenplatz

datum: 27. oktober 2015
uhrzeit: 13:45 bis 14:42 - parlament, 15:35 bis 16:40 - schottentor 1,
17:09 bis 17:40 - schottentor 2
dauer: 50min/65min/31min
beteiligte: luka bosse, silvester kreil, florian troebinger

ort:
parlament (treppenaufgang vor brunnen)
schwedenplatz (zwischen ubahnausgang, sitzbänken und happy noodles)
schwedenplatz (zwischen u1 aufgang, vorplatz, bank austria)
- beim parlament schwache frequentierung am anfang, später dann mehr
kleiner prostestclub, touristen, polizei, kleines filmteam
- schwedenplatz zum teil hohe frequentierung
touristen, obdachlose, paare, passanten, polizei, menschen, die auf strassenbahnen warten, gruppen

übung / performatives modul / fragestellung :
stehen, lange an einem ungeschützten platz/ort

beschreibung der aktion / operative anwendung:
- stehen vorm parlament auf den treppen zum unteren eingang, links vor dem brunnen; mind. eine stunde; blick richtung eingang parlament, rücken zum ring; 
- stehen in der passage zwischen ubahnaufgang und happy noodles; eine stunde; quer zur bewegungsrichtung in der fußgängerpassage vor einem reisebüro; blick in richtung ubahnausgang, sitzbänke, straßenbahnhaltestellen; 

ergebnis :
der platz vor dem parlament ist insofern schwierig, weil er, wenn man mit dem rücken zum ring steht, sehr offen oder weit nach hinten ist - es gibt eine beständige bewegung, die ich höre und deren dynamik ich (im rücken) spüre, aber nicht sehe; eine verortung ist daher auch nur mit einer gewissen kraftanstrengung haltbar. die frage nach der durchlässigkeit, offenheit, im gewissen sinne einer beweglichkeit war aufgrund der vorgabe, sich nicht zu bewegen, auch den kopf in einer bestimmten richtung und position zu halten, sehr wichtig: wie kann der körper nicht gerinnen, statisch werden? was sind innere bewegungen? hilfreich war auch, über die bewegung der augen zu arbeiten: fokus, weite, richtung. grundsätzlich alle visuellen und akustischen informationen aufnehmen und durch den körper lassen. nach einer gewissen zeit baut sich enormen spannung in den waden auf, geht über die beinstrecker richtung kreuzbein, unterer rücken. leichte gewichtsverlagerungen von links auf rechts. immer wieder öffnen der fußsohlen. wenn spannungen nicht abfließen können, habe ich versucht, sie noch zu verstärken, bis eine entspannung eingetreten ist.
das arbeiten mit emotion nach ca. 30 min hatte einen merkwürdigen effekt, zuerst hat das lachen spannungen gelöst, vorallem im torso, den schultern. nach einer weile kam mir vor, es kommt wie ein echo zurück. die frage nach dem lachen - was ist das für ein lachen? lachen als entwertung? auch etwas eigenartig, weil die reaktionen von zb. einem touristenpaar, unverständnis zurückspiegeln - madness? - andere lachen oder lächeln mit, eine art komplizenschaft für kurze zeit.

das stehen am schwedenplatz hatte eine ganz bestimmte qualität, bedingt durch den ort, der wie eine druchzugspassage ist - die dauer des stehens im verhältnis zur durchzugsgeschwindigkeit ist ähnlich wie beim schottentor, allerdings mit dem unterschied, dass der ort total offen ist. um die spannungen, die sich bei dem zweiten stehen bildeten, zu lösen, bin ich einem bestimmten bewegungsradius des kopfes gefolgt. die körperachsen waren leicht schräg und quer zum allgemeinen bewegungstrom. hier weniger innenfokus. mehr beobachtungen des umfelds und seiner struktur.

der dritte versuc,h mit luka und silvester eine bestimmte formation, bedurfte schon einer sehr hohen konzentration und vorallem eines immer wieder 'verflüssigen' des stehens. dadurch, dass aber beim stehen zu dritt eine bestimmte energie zirukliert, wird das stehen, die verortung und behauptung im offenen raum, erleichtert. auch war das stehende trio für passanten auffälliger; die komplizenschaft wie die aktion wurden schneller als solche erkannt.

anmerkungen / beobachtungen:
nach einer weile stehen vor dem parlament zeigten sich immer wieder männer, allein oder zu zweit, die über den platz gingen, stehen blieben, sich umsahen und wieder verschwanden; bald war mir klar, dass es sich um zivilpolizei handeln musste. obwohl einer ziemlich nahe eine weile nicht unweit von mir stehen blieb, wurde ich nicht angesprochen. dennoch mussten wir den tryout früher abbrechen, da es scheinbar viele anruferInnen in der sicherheitszentrale gab, die mein stehen beunruhigte.

am schwedenplatz bekam das stehen eine ganz eigene qualität. der ort selbst ist wie eine durchzugspassage. auf der anderen seite warten menschen auf straßenbahnen oder sitzen auf einer anordung von bänken - entweder mit dem rücken zueinander oder sich ansehend. die meisten, die dort sitzen, essen das gekaufte von den imbissbuden und gehen dann wieder. ein obdachloser geht in bestimmten zyklen und nach system die abfalleimer ab und sucht nach essbarem. viele menschen verabreden sich auch dort, um dann gemeinsam weiter zu ziehen. in regelmäßigen abständen patrouilliert die polizei (immer zwei uniformierte).

beim dritten versuch queren drei polizisten in uniform den platz, bleiben nach luka und silvester stehen und beratschlagen, wie sie mit uns umgehen sollen. flashmob - und sie gehen weiter.




fragment 16, mittersteig 10

datum: 28. oktober 2015
uhrzeit: 14.00h bis 17.00h
beteiligte: günther auer, claudia bosse, luka bosse, silvester kreil, reka kutas, marco tölzer, florian tröbinger

ort:
carla mittersteig - 3 große hintereinander liegende und verbundene hallen, die als second hand shop dienen, es werden hier waren angenommen, verkauft und sortiert.
- unterteilt in mehrere warensegmente (büro, stühle/tische, geschirr, designmöbel, kinderecke, bücher, schränke, betten, sofas und textil), dadurch ergeben sich auch verschiedenste topografien. ein in der mitte liegender, breiter gang dient als verbindungsachse des gebäudekomplexes.
- bunt gemischtes kundensegment, von jung bis alt, angehörige aller gesellschaftsschichten und kulturen. die besucher bewegen sich außerdem in unterschiedlichsten rhythmen, ob nun schneller einkauf, genaues schauen oder gemütliches flanieren.
- 3 große industriehallen eingegrenzt von wohn- und bürobauten.
- die aktion war bei der geschäftsleitung angekündigt und die mitarbeiterinnen wussten bescheid, einige kannten uns auch schon von unserem ersten versuch. die reaktionen der kundinnen waren unterschiedlich von unverständnis, interesse hin bis zu gänzlichem ignorieren der aktion.

übersetzung des thematischen feldes:
objekt, relation zu objekten und sammlung

übung / performatives modul / fragestellung:
eine abwandlung von modul 12 perceiving object – auswählen eines objektes und dazu in relation treten, sich davon informieren lassen beziehungsweise den ursprünglichen nutzen des objekts zu transformieren.

beschreibung der aktion / operative anwendung:
3 darstellerinnen und eine musikerin (reka mit cello) die sich jeweils 15 minuten pro warensegment in relation zu einem/mehreren dort vorgefundenen objekten gesetzt haben.

im ersten block wurden als gruppe 15 minuten im bereich büro, gefolgt von 15 minuten im bereich stühle/esstische und 15 minuten im bereich geschirr absolviert. zum abschluss wurden alle 3 bereiche zugleich bespielt, jeweils ein akteur pro bereich. der ganze block wurde ohne pause durchgezogen. wobei die musikalische darbietung stark variierte. im bereich büro gab es teile eines bach-stücks, im bereich stühle/esstische improvisierte cello klänge und im bereich geschirr einzeln verschmelzende töne des cello.

im zweiten block war das vorgehen ident, bis auf die bereiche und den sound. dieses mal wurden die segmente designermöbel, bücher und schränke bespielt. für den sound kamen nun erstmals neben reka auch lautsprecher zum einsatz. wobei ein lautsprecher einen sprechtext im segment bücher hörbar machte und ein anderer ein amerikanisiertes ungarisches volkslied aus den 1930ern im bereich schränke.

ergebnis:
da dies der zweite versuch mit fast selber modulvorgabe in diesen räumen war, ist besonderes augenmerk auf dem nun komplementierenden sound gelegen. wie wird er die bewegungsmuster, die wahrnehmung der verschiedenen warensegmente und die relation zu den objekten verändern. eines ist sofort zu erkennen, durch den sound (auch wenn nicht all zu laut) wird viel mehr aufmerksamkeit erzeugt. bei dem ersten 15 min versuch (bach mit cello) sieht das gesamtbild bezüglich der bewegungen fast schon rhythmisch aus. im vergleich dazu führte die improvisierte musik im zweiten versuch zu einer asynchroneren und langsameren bewegung.

anmerkungen / beobachtungen / sonstiges:
als die drei bereiche gleichzeitig beschallt wurden ergab sich ein sehr schöner soundpfad. war das instrument (die soundquelle) im selben segment stellte sich die frage: in welcher ordnungen vereinnahmt einen das instrument, der sound und in welchen nicht?


fragment 17, laudongasse 15-17

dieses fragment fand statt in kooperation mit dem österreichischen museum für volkskunde und wurde einer größeren öffentlichkeit angekündigt.

datum: 12. november 2015
uhrzeit: 20.00h bis 22.00h
dauer: 60min
beteiligte: günther auer, claudia bosse, luka bosse, varinia canto vila, silvester kreil, stephanie rauch, marco tölzer, ilse urbanek

ort:
österreichisches museum für volkskunde laudongasse 15-19 in den backstage räumlichkeiten des museums (hof, archiv, lager, keller, lesesaal der hausbibliothek, restaurierungswerkstätte und der dachboden). jeder einzelne raum weist eigene charakteristiken auf. wir bewegen uns in einem ensemble von räumen (oben gennant) die verschiedenste dimensionen aufweisen – von den großzügigeren räumen wie hof und dachboden (über 150m²) bis zu z.b. dem keller oder den restaurationswerkstätten (unter 50m²). wie oben angedeutet gibt es in diesen abgetrennten räumen keine öffentlichkeit im sinne des stadtraums.

über öffentlichkeitsarbeit erreichte 70-80 besucher_innen.

a) hof: ein großer hof der zugangs- und verbindungsmöglichkeit der umliegenden erdgeschossräumlichkeiten bildet (werkstätten, archive etc.). den hof verbindet eine durchfahrt mit der laudongasse, ermöglicht der öffentlichkeit aber keinen einblick. in der hinteren mitte des hofes steht ein großer baum vor dem ein permanentes 2*5 meter podest installiert ist.

b) archiv: das fotoarchiv des museums liegt knapp über dem keller und weist ebenfalls gewölbestrukturen auf. ein hoher von einer seite belichteter raum der die fotosammlung des museums beherbergt. regale und stauraum an 3 wänden sowie mehrere tische über den raum verteilt. durch die fragilität der dort gelagerten gegenstände ergibt sich eine spezifische bewegungsfreiheit.

c) keller: ein kleines mit roten ziegeln ausgemauertes gewölbe, das als raum für feierlichkeiten der freunde des museums verwendet wird. dunkel und stark an einen weinkeller erinnernd.

d) leseaal: der lesesaal ist durch das stiegenhaus von den bibliotheksräumen getrennt und ständig offen. in der mitte des raumes stehen zwei lange lesetische und ein ensemble von massiven grünen tischlampen. eine der ecken des raumes ist mit einem alten bücherregal verbaut und bildet den handapparat der hausbibliothek. stiegenhaus: führt vom hof über bibliothek und lesesaal hinauf in die restauration. zwischen den hauptgeschossen (1. stock, 2. stock) gibt es zwischenebenen die sich durch ihre größe anbieten eingesetzt zu werden.

e) restaurierung: bestehend aus einem separat abgetrennten arbeitsraum mit den speziellen gerätschaften und einem zweiten arbeitsraum der primär zur lagerung von gegenständen verwendet wird und von großen, grauen kästen gekennzeichnet ist.

f) dachboden: anschließend an die renovierten restaurierungsräumlichkeiten eröffnet sich ein längs weit ausgedehntes bis auf kleine details unberührtes, altes dachgeschoss. der schöne dachstuhl mit freiliegendem gebälk ist eine weitere charakteristik des dunklen raums. mittig über der einfahrt in den hof befindet sich eine groß ausgeprägte dachluke mit lastenlift.

übersetzung des thematischen feldes:
kulturelle projektionen des alltags in gegenüberstellung zur ethnologischen sammlung des museums

übung / performatives modul / fragestellung:
- abgeänderte version von "measurements (modul 7)": die vermessung der eigenen wohnung, objekten und von texturen in ihr mit dem körper
- die übersetzung von "daily live practices" durch den körper in dieses museale umfeld
- die frage nach sammlung und objekt sowie die musealisierung von alltagsgegenständen

beschreibung der aktion / operative anwendung:
diese 2 stunden wurden in zeitliche und thematische segmente unterteilt.
5 min ansprache, 40 min einzelpositionen, 30 min gemeinsame aktion im hof und abschließend nochmals 20 min einzelpositionen. während der performance trugen alle protagonist_innen bodysuits in silber oder gold und für die einzelpositionen zusätzlich graue arbeitsschürzen. die besucher_innen konnten sich einem im vorhinein ausgeteilten plan folgend, frei in den räumen bewegen, verweilen oder die nächste position aufsuchen.

einzelpositionen:
a) archiv – in diesem raum wurden die themen sammlung und kollektion performativ besprochen, die frage nach dem sammeln und überliefern gestellt. über die regale des archivs wurden zwei videoprojektionen aus den archiven des weltmuseum gelegt, eine collage zweier sammlungen und ordnungen. auf einigen der tische wurden ausgewählte fotos der sammlung präsentiert, die wiederum eine überlagerung der themen zeigten und neue zusammenhänge ermöglichten. die performerin führte die besucher 20 minütig durch diesen parcours an beispielen und wechselt zwischen wissenschaftlichen fakten und persönlicher menschlicher empfindung und erzählung.

b) keller – der freigeräumte keller kam ohne viel licht aus und wurde durch eine videoprojektion (material aus dem weltmuseum) ergänzt. neben dem licht kamen reduziert objekte zum einsatz. primär handelte es sich um eine kürzere bewegungssequenz, welche ihren abschluss im lesen eines textes zur thematik tracht und wie diese in gesellschaften verwurzelt ist fand.

c) lesesaal - bei dieser einzelposition wurde ein reales objekt als grundlage genommen (das buch volksglaube von klaus beitl) und hierzu relationen aufgebaut. es wurden abwechselnd teile der einleitung gelesen, zu den im buch enthaltenen bildern fiktive gedanken gesponnen und verpackt in kleine erzähungen. außerdem das gesehene in bewegungssequenzen umgesetzt, die den ganzen raum besetzten. dieser collage dreier unterschiedlicher erzählelemente konnten die zuseher etwa 12 minuten lang folgen ehe es von vorn los ging.

d) restaurierung – von dem stiegenhaus eintretend läuft man an dem abgetrennten raum vorbei, er ist abgesperrt jedoch erhellt, man sieht die reste der geschehenen arbeit und erahnt die dort angesiedelten abläufe. die stimme der im nebenraum sitzenden darstellerin ist nun immer besser zu verstehen. hinter einem der arbeitstische auf einem bürostuhl sitzend erzählt eine ältere frau von ihrem körper, ihrem leben, schlichtweg dem körper einer frau und welche veränderungen in den letzten 60 jahren die gesellschaft diesbezüglich durchlaufen hat. sie spricht mit geschlossenen augen, ein durchlauf hat in etwa die dauer von 10 minuten und wird somit 3 mal gesprochen bevor es hinunter in den hof geht.

e) stiegenhaus – das stiegenhaus fungiert primär als die vertikale verbindungsachse zwischen den einzelnen positionen und räumen. die zwischenebenen und geschosse wurden installativ über sound und video bespielt. dies beinhaltete 2 soundquellen (text und musik) und einen bespielten bildschirm vor dem lesesaal (archivmaterial aus dem weltmuseum).

f) dachboden – auch der dachboden wurde rein installativ bespielt und erzeugte über sound und bild/video eine collage aus material des weltmuseums wien, das hier in den kontext des vokskundemuseums verpflanzt wurde. 3 auf den raum verteilte soundquellen die jeweils einen text in schleife abspielten wurden mit 2 videodokumenten vermengt. die zusätzliche beleuchtung war äußerst reduziert, sodass die bildschirme die eigentlichen lichtquellen und anziehungspunkte waren. einzig das herablassen des lastenlifts zur beendigung des kollektiven segments im hof benötigte die anwesenheit der mitwirkenden.

g) hof: im vorfeld zeichnete jede/r darsteller_in auf den boden des hofes seine eigene wohnung, immer in etwas unterschiedlicher ausrichtung und somit in einem leicht anderen winkel. zusätzlich dazu wurden stühle in der szenerie verteilt, als versuch den hof als einen für die zuseher_innen in seiner gesamtheit begreifbaren raum zu definieren, in welchen man auch eintreten darf. im ersten teil der gemeinsamen performance (8 min) ging es um die vermessung der eigene wohnung von der wohnungstür ausgehend. auch die objekte in ihr und etwaige auftretende texturen wurden hierbei berücksichtigt. der körper fungierte hier als das tool zur vermessung und wurde sowohl horizontal als auch vertikal eingesetzt. diese bewegungen wurden ständig von dem klang eines metronoms begleitet, dessen takt als ausgangspunkt für unterscheidliche geschwindigkeiten und rhythmen der ausführenden darsteller_innen diente. im zweiten teil (22 min) wurden nun "daily live practices", die jede/r darsteller_in im echten leben in den eigenen 4 wänden tatsächlich tut, in leicht abstrahierter form dargestellt. (aufstehen, frühstück, toilette etc.). über sprache wurde eine zusätzliche ebene eingeführt. kurze persönliche sätze und wortmeldungen zu gewissen wichtigen fakten aus den jeweiligen leben wurden abwechselnd von den darsteller_innen eingeworfen. hierbei ist wichtig, zu erwähnen, dass versucht wurde, einem asynchronen rhythmus zu folgen (pause – sprache – lange pause – sprache – sprache – pause …). die aktion fand durch das herablassen des mit lautsprechern bestückten lastenlifts ihr ende, der aus der dachluke motorisch herabgesenkt wurde.
abschluss: die gemeinsame situation wurde durch das verlassen der darstellerinnen nach und nach wieder aufgelöst und von abschließenden 20 minuten in einzelpositionen abgeschlossen. da die positionen unterschiedliche dauer und wiederholungen hatten, wurde auch hier nach und nach aufgelöst, die räume und installationen konnten für weitere 15 minuten besichtigt werden. 

ergebnis:
zu beginn wurde eine kleine ansprache und projekterklärung im hof abgehalten, zu diesem zeitpunkt waren die an die 80 besucher_innen alle im hof versammelt. dieser gemeinsame start führte anfänglich zu erwartender gruppenbildung, die sich aber nach und nach wieder auflöste und so die unterschiedlichen räumen fast durchgehend besucht waren. es ergab sich eine vielzahl von unterschiedlichen rhythmen bei der durchwanderung des raumensembles. besucher_innen, die versuchten jede einzelposition völlig zu sehen, personen die in schnellem tempo versuchten jeden raum zu sehen oder aber jene, die von der atmosphäre durch das ensemble getragen wurden. es ergab sich eine sehr ruhige und konzentrierte stimmung unter den besucheri_nnen, man konnte den austausch von information zwischen räumen, darsteller_innen und zuseher_innen spüren. die besucher_innen ließen sich merklich von den akustischen reizen von raum zu raum führen oder folgten mit gewissem abstand anderen personen. auch in gruppen konnte man sehen, dass jede person für sich selbst fokussiert und auf die eigene wahrnehmung konzentriert war. nach der aktion im hof verteilten sich die besucher_innen wieder sehr schnell auf die räume, da die protagonist_innen zu ende hin ihre einzelpositionen verschieden lang weiterführten, verpassten einige besucher_innen die eine oder andere station. das interesse vieler zuseher_innen an diesen sonst nicht begehbaren räumen z.b. der restaurierungswerkstätte war ebenfalls zu erkennen. auch in den von uns eher unberührten räumen verweilten immer wieder personen.


 

 

 


fragment 20, kaiserstraße 82

datum: 30. oktober 2015
dauer: 60min
beteiligte: günther auer, claudia bosse, silvester kreil, jaschka lämmert, marco tölzer, florian tröbinger, luka bosse (audiorecording und foto)

ort:
brache kaiserstraße 82
- terrain vague, haufen, steine, pflanzen, kleine schutthügel, gerahmt von zwei häuserseiten und einer mauer. zur straße hin ein niedriger metallzaun.
- größe ca. 30 meter breite auf 60 meter tiefe

übung / performatives modul / fragestellung :
freie modulkombinationen mit individuell entschiedenen wechseln zwischen 3 modulen. ein besonderer fokus liegt auf möglichen kollektiven aktionen. zur kombination stehen modul 7 ("positioning and measurement", eine position im raum), modul 8 ("permanent relations"), schnelle relationale wechsel, bewegung durch den raum) und modull 10 ("plants in the wind", bewegungsmodalitäten von pflanzen auf dem areal abnehmen)

beschreibung der aktion / operative anwendung:
bei allen ein grosses interesse an dem modul 10 (plants in the wind), da diese beobachtung eine komplett neue bewegungsdynamik offeriert. und eine offenere flexibilität im körper. ebenso grosser unterschied: bewege ich mich wie eine pflanze oder habe ich ein verhältnis zu einer pflanze. wenn man kollektive bewegungen aufbaut, in welcher distanz finden diese statt? spannen sie den raum auf oder finden sie in räumlicher nähe statt? wie informiert man sich über die ausrichtung oder orientierung der bewegung eines anderen, wie klar ist der bewegungsfokus erkennbar, sodass man ihn aufgreifen kann, wenn man eine kollektive bewegung aufbauen möchte? so dass es beim abnehmen es einen spielraum gibt, der übersetzung der bewegung. oder aber nimmt man einen bewegungsausdruck ab (wird leichter dekorativ und reinformiert das ursprungsmaterial). wie bleibt eine bewegung konkret im verhältnis zu den modulen, das eröffnet in der kollektiven ausbreitung grössere möglichkeiten. wie ist es möglich, bei wiederholungen nicht den modus der bewegung zu wiederholen, sondern stets das verhältnis, das eine bewegung entstehen lässt, obwohl sich ein rythmus durch die bezugnahme im körper herstellt. auswertung: wann wird der raum zur bühne aufgrund der offenen front zur strasse auf der menschen stehen bleiben und zusehen? wann wird es ein rahmen für eine aushandlung im öffentlichen raum? die verschiedenheit der zugänge, ausführungen schafft eine komplexität des gefüges zueinander. es sind nie alle synchron oder gleich.  

generell :
ist es möglich, bewegungen, die in diesem raum entstehen, zu übertragen in andere räume? ( modul 14)  was bedeutet das für die entstehung der bewegung? wie diese erinnerung im körper als prozess und relation, nicht als produkt speichern? welche methoden lassen das enstehende material räumlich, rythmisch und zeitlich choreografieren zueinander?




fragment 21, nordbahnhofgelände

datum: 2. november 2015
uhrzeit: 14.00h bis 18.00h
dauer: 2 sessions where done outside. one of 45 mins, and one of 15 mins. one session was done inside of 30 mins
beteiligte: claudia bosse, luka bosse, silvester kreil, günther auer, florian tröbinger, varinia canto vila

ort:
nordbahnhofgelände
- urban rest space
- outside in open space; and inside, under the railways
- frequency: random passers by, mainly having a walk alone or with their dogs.
- dimension: 20x20 outside; 12x12 inside
- publicity: exposed with passersby. the action was not announced

thematisches feld:
territory, terrorism, cultural projection where used as themes for subversive dialogues 2 by 2.

übung / performatives modul / fragestellung:
outside:
45 mins: swift between 3 modules: positioning with measurements; permanent relations; and plants in the wind. having focus on collective activities 1 moment we concentrate in one place 15 min: marking/ constructing territory collectively foam-plastic objects + other materials

beschreibung der aktion:
throughout the 3 tryouts, we were wearing panter-like leotards

anmerkungen / beobachtungen / sonstiges:
outside (in the sun):
45 mins:
-since the space is so open, for some it took long time to deal with the structures. relating to bigger plants is more difficult than with smaller plants. the big plant moves only leafs, the small plant moves the whole body.
- how to translate plants?
- duet/close situation in plant mode can go into touch, and when that happens it feels like a abnormal touché: something to explore. it is a condition that produces touch, it happens by itself.
- permanent relations mixed with plants mode created an endless feedback, like making music: neither plant nor body was the source of the moving.

15min:
material sculptures in nature that became at times costumes for weird creatures
taking space but also trying to cocoon
some were fighting for territory
others produced sound
constructing together is taking material and also holding the other, their body and material. the body as material
the materials help you to become something else
how the body becomes a continuation of the material
what is construction? what is constructing together?

inside, under the rail track: 30 mins
- interesting tension between subversive dialogue in 2 by 2 together with permanent relations done by the rest of the group in a fast speed.

interesting way of linking one subversive dialogue into the other. the link was content, and it was done that one person would step into the dialogue with the other of the 2 left. it created a bradding of dialogues.

the acoustics of the place enveloped the dance with the content of the dialogue. permanent relations diluted over some time, some performative actions that had a certain relation with the content of the dialogue appeared.


fragment 22, mittersteig 10

datum: 5. november 2015
uhrzeit: 13.00h bis 17.30h
dauer: 7 versuche zu je 15 min
beteiligte: günther auer, varinia canto villa, baerbel mueller, stephanie rauch, claudia bosse, luka bosse, silvester kreil, marco tölzer, florian tröbinger, ilse urbanek, réka kutas

ort:
carla mittersteig, drei große, hintereinander liegende, miteinander verbundene hallen, in denen second hand ware angenommen, sortiert und verkauft wird.
in der mitte führt ein gang durch, links und rechts davon ist die ware in unterschiedliche themengebiete eingeteilt.
wir haben uns mit den gebieten büro / tische und stühle / geschirr / design / kinder / bücher / kästen / sofas / betten auseinander gesetzt.
die öffentlichkeit, die wir mit unseren try outs konfrontiert haben, waren personen, die zum kaufen und anschauen der ware gekommen sind. die verkäufer_innen und mitarbeiter_innen des carla waren über unser tun informiert. zwei personen unserer gruppe haben die position eines zusehers eingenommen.

übersetzung des thematischen feldes:
"object, relation to the object, collection"

TRY OUT 1
übung / performatives modul / fragestellung :
kombination aus module 13 "inserting your body and producing difference"
und module 14 "object relation".

beschreibung der aktion / operative anwendung:
die aufgabe war, sich beim beginn des jeweiligen versuchs für ein metrum zu entscheiden (eine bewegungs- und verhaltensgeschwindigkeit) und in diesem metrum die ganzen 15 minuten lang zu arbeiten.
die aufmerksamkeit sollte dem raum und dem verhalten der menschen gelten. durch die wahl des metrums und durch eine objektbeziehung (arbeiten mit einem ausgesuchten objekt) sollten wir einen unterschied zu den gewohnten verhaltensweisen in der carla entwickeln und dies einige minuten lange praktizieren.
sobald wir auf andere personen unsere gruppe stoßen, galt es, sich klar von deren metrum abzusetzen und sich nicht beeinflussen zu lassen.

- ersten versuch:
sieben personen in sieben zonen. alle waren vereinzelt auf unterschiedliche bereiche aufgeteilt. büro / tische und stühle / geschirr / design / kinder / bücher / kästen / betten
- zweiter versuch:
drei personen im geschirr-bereich, zwei personen im schrank-bereich, zwei personen im kinder-bereich
- dritter versuch:
vier personen im schrank-bereich, drei personen im kinder-bereich.
- vierter versuch:
alle gemeinsam im tische und stühle-bereich.

réka hat während einiger versuche in bereichen die nicht von uns besetzt waren, live cello-töne produziert.

ergebnis:
wenn sich eine person für ein schnelles metrum entschieden hat, war es gar nicht leicht, diese energie 15 minuten lange zu halten, weil gegenstände und wege viel schneller "abgespielt" waren und man sich immer neue zugänge zum weitermachen schaffen musste.
ein thema das länger besprochen wurde war der sound, der beim arbeiten im schnellen metrum entstanden ist. teilweise musste man aufpassen, nicht in ein "sound produzieren" zu kippen. für die praktizierenden im langsamen metrum ist der laute sound und somit der umgang mit den objekten als "brutal" verstanden worden.

die zusehenden personen unserer gruppe haben die einer- und die dreierkonstellation am interessantesten gefunden.
bei der zweierkonstellation war die beziehung zueinander nicht definiert genug. ein konkretes aufeinander eingehen hat nicht gut funktioniert und das individuelle nebeneinander praktizieren ergab ein unklares bild.
bei der siebenerkonstellation hat sich zu eindeutig eine bühnensituation
hergestellt und durch die unterschiedlichen qualitäten der bewegungs-
abläufe hat sich kein gruppenbild ergeben.

TRY OUT 2
übung / performatives modul / fragestellung:
- erster versuch: modul 9 "acoustically informed movements"
- zweiter versuch: modul 14 "object relation" mit wahl eines metrums
- dritter versuch: modul 8 "permanent relations" durch objektwechsel

beschreibung der aktion / operative anwendung:
- erster versuch: alle gemeinsam im sofa-bereich
- zweiter versuch: vier im büro-bereich, drei im betten-bereich
- dritter versuch: alle vereinzelt

réka hat während einiger versuche in bereichen, die nicht von uns besetzt waren, live cello-töne produziert.

ergebnis:
- erster versuch:
für die praktizierenden war es gar nicht leicht sich auf die leisen geräusche einzulassen, es waren kaum akustische akzente zu hören. dominiert hat das geräusch der lüftung, es war schleppend und sehr kontinuierlich.
diesmal ist ein einheitliches gruppenbild entstanden, was viel mit der gemeinsamen konzentration auf die soundebene zu tun hatte.
- zweiter versuch:
auch bei diesem durchlauf hat die dreierkonstellation gut funktioniert. die kombination von drei metren und objektaneignungen macht interessante setzungen möglich.
- dritter versuch:
die bewegung mit permanentem objektwechsel war für alle eine kaum machbare aufgabenstellung. die materialien (möbel, stofftiere, besteck...) waren zu sperrig, zu nachgiebig oder zu funktional, so dass das arbeiten damit nichts mehr mit dem eigentlichen interesse zu tun hatte.





fragment 23, laudongasse 15

datum: 6. november 2015
uhrzeit: 14.00h bis 20.00h
dauer: 3 versuche je 8 min. (measurements), 2 versuche je 30 min. ("measurements" und "daily live practices in apartments").
außerdem versuche/erprobungen einzelner positionen verteilt auf die räume (varinia im lesesaal, florian im durchgang der restauration, stepha im keller)
– dauer mind. 1 stunde.
beteiligte: claudia bosse, varinia canto vila, stepha rauch, florian tröbinger

ort:
volkskundemuseum, wien laudongasse 15-19
- backstage räumlichkeiten des museums (hof, archiv, lager, keller, lesesaal der hausbibliothek, restaurierungswerkstätte und der dachboden). jeder einzelne raum weist klarerweise eigene charakteristiken auf.
- geringe frequentierung, da in diesen bereich des gebäudes nur mitarbeiter_innen eingelassen werden. gelegentlicher betrieb in der an den hof angeschlossenen holzwerkstätte, vereinzelte durchquerungen des hofes und seltene "mitgäste" im lesesaal.
- wir bewegen uns in einem ensemble von räumen (oben gennant) die verschiedenste dimensionen aufweisen – von den großzügigeren räumen wie hof und dachboden (über 150m²) bis zu z.b. dem keller oder den restaurationswerkstätten (unter 50m²).
- wie oben angedeutet gibt es in diesem abgetrennten raum keine öffentlichkeit im sinne des stadtraums. dennoch ist z.b. der hof von den anliegenden räumlichkeiten und daher von den mitarbeiter_innen des hauses einsehbar.

übersetzung des thematischen feldes:
kulturelle projektionen des alltags in gegenüberstellung zur ethnologischen sammlung des museums.

übung / performatives modul / fragestellung :
- abgeänderte version von measurements (modul 7): die vermessung der eigenen wohnung, objekten und von texturen in ihr mit dem körper.
- die übersetzung von "daily live practices" durch den körper in dieses museale umfeld
- abwandlung von "perceiving object" (modul 12): die erzählung aus der perspektive des objekts.

beschreibung der aktion / operative anwendung:
- auf den boden des hofes zeichnete jede/r darsteller_in seine eigene wohnung auf, immer in etwas unterschiedlicher ausrichtung und somit in einem leicht anderen winkel. in dem ersten teil der übung (8 min) ging es darum, diese eigene wohnung von der wohnungstür aus zu vermessen, auch die objekte in ihr und etwaige auftretende texturen wurden hierbei berücksichtigt. zweimal fingen hier die darsteller_innen nicht zur gleichen zeit, sondern leicht verzögert an.
- im zweiten teil (22 min) wurden nun "daily live practices" die jede/r darsteller_in im echten leben in den eigenen 4 wänden tatsächlich tut, in leicht abstrahierter form dargestellt. (aufstehen, frühstück, toilette etc.). nach den ersten 5 minuten wurde über die sprache eine zusätzliche ebene eingeführt. kurze persönliche sätze und wortmeldungen zu den themen () wurden nun abwechselnd von den darsteller_innen eingeworfen. hierbei ist wichtig, zu erwähnen, dass versucht wurde, einem asynchronen rhythmus zu folgen (pause – sprache – lange pause – sprache – sprache – pause …).
- bei einer einzelposition (florian) ging es darum, im rahmen des "perceiving object" aus der sicht eines objektes zu erzählen (rein aus dem kopf), ohne den herstellungsprozess oder dergleichen einzubinden. die "erzählung" erfolgte stets im präsens, damit sie zu keiner geschichte wird, sondern intuitiv und direkt ausgesprochen wird. bei der zweiten einzelposition (varinia) wurde hingegen ein reales objekt als grundlage genommen (das buch volksglaube) und dazu relationen aufgebaut. es wurden teile daraus gelesen, aber auch fiktive gedanken zu den bildern erläutert oder das gesehene in bewegungssequenzen umgesetzt.

ergebnis:
im hof: der einsatz der sprache (kurze sätze) eröffnet eine weitere ebene und hilft so, den bewegungsabläufen mehr tiefe zu geben, obwohl hier kein direkter zusammenhang besteht. es fällt den darsteller_innen allerdings immer wieder schwer, sich nicht durch bewegung und sprache gegenseitig zu beeinflussen und zu stören. auch die sprachrhythmen der einzelnen darsteller_innen und ihre spezifischen sätze gleichen sich zu stark aneinander an.
bei den versuchen mit asynchronem eintreten zu beginn der "measurements" ergaben sich jedes mal neue konstellationen der körper im raum, intensivere physische anwesenheit an bestimmten orten. außerdem ein sehr interessanter rhythmus von dichte und auf den vorhandenen raum verteilt sein.

anmerkungen / beobachtungen / sonstiges:
- der einsatz der sessel und die dadurch entstehende positionierung der zuseher_innen mitten im geschehen führte zu verständnisschwierigkeiten. die linien der appartements und die manchmal abstrakten bewegungsabläufe konnten so erst später erfasst werden, der zusammenhang an sich war schwerer zu erkennen.
- eine differenzierte sprechgeschwindigkeit der darsteller_innen (eine person nur langsam, eine nur schnell, …) sollte bei den nächsten versuchen erprobt werden.


fragment 24, mittersteig 10

datum: 18. november 2015
uhrzeit: 13:30 bis 17:00
dauer: 6 teile zu 15, 10, 5, und wieder 15, 10, 5 minuten
beteiligte: jaschka lämmert, silvester kreil, alexandra sommerfeld, claudia bosse, luka bosse, günther auer, réka kutas, marco tölzer (photos)

ort:
- carla mittersteig, 3 große, offene hallen, in denen second hand waren angenommen, sortiert und verkauft werden, der erlös kommt sozialen projekten zugute.
- die waren sind in bereiche unterteilt: tische/stühle, schreibtische, designmöbel, geschirr, kindersachen, (2.halle:)bücher, elektrogeräte, sofas, betten, (3.halle:)kleidung.
- es herrscht ein konstantes kommen, gehen und verweilen der mitarbeiterinnen und besucherinnen (einkäuferinnen) der caritas. da es keine vorinformierten zuschauerinnen gab, ist das tryout vergleichbar mit einer performance im öffentlichen raum.

übersetzung des thematischen feldes:
territorium, terrorismus, kulturelle projektion etc.

übung / performatives modul / fragestellung:
3 module wurden angewendet, wobei jedes modul einen spezifischen fokus erhielt:
modul 13: inserting your body and producing difference, fokus: ritual&fetisch. bei diesem modul geht es um die bewusste setzung von handlungen, die außerhalb der üblich genormten praktiken des betreffenden raumes/der betreffenden situation stehen. die performerinnen sollen mit einem 'klaren inneren metrum' in die situation zu gehen. die verhandelten fragestellungen sind:
was ist eine übliche objektbenutzung? wann wird das objekt durch die differenz, die die performer setzen, transformiert? wie ist es möglich, das objekt/material zu transformieren, ohne es demonstrativ zu zeigen, aber trotzdem in der konkretheit des materials zu bleiben.
modul 8: permanent relations, fokus: perceiving object. die aufgabe des moduls ist, durch die produktion von handlungen, die einander in einem hohen tempo ablösen, funktionalitäten anders zu lesen als sie gesellschaftlich vorformuliert sind. der fokus 'perceiving object' (modul 12) erweitert die aufgabenstellung durch den versuch, während der aktionen die produktionsbedingungen und 'erfahrungen' der involvierten objekte zu imaginieren.
modul 9: acoustic informed movements, fokus: cultural identity. die bewegungen, die von den performerinnen ausgeführt werden, sind als übersetzung der akustischen umgebungsinformationen zu setzen.

beschreibung der aktion / operative anwendung:
jedes der module wurde von jedem/r performer_in 2 mal in verschiedenen bereichen ausgeführt, und zwar mit folgender aufschlüsselung:
modul 13, inserting difference: schränke;
modul 8, permanent relations: sofas und betten;
modul 9, acoustic informed movements: individuelle bereiche: je ein bereich/performerin
modul 9, permanent relations: individuelle bereiche
modul 13, inserting difference: sofas und betten
modul 9, acoustic informed movements: schränke

ergebnis:
der fokus 'perceiving object' erwies sich als effektives mittel zur produktion von aufmerksamkeitsverschiebung. besonders in der kinderabteilung kam dieser aspekt zu tragen, da die plüschtiere und puppen mit augen ausgestattet sind, was eine humane überdeterminierung bewirkt.

vor allem bei der wiederholung erwies sich der zeitraum von 5 minuten für modul 9 (acoustic informed movements) als zu kurz, um die notwendige immersion in die akustische umgebung zu ermöglichen.



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