theatercombinat | september 2016 - november 2017 - recherche / eine performative praxis im urbanen raum urban laboratory IDEAL PARADISE ukraine von claudia bosse / theatercombinat in kooperation mit urban curators, kiew, charkiw, wien (ukr/a).

sprache/language: deutsch/english


dossier

teil des zyklus (katastrophen 11/15) ideal paradise

weitere projekte der serie IDEAL PARADISE:
- a first step to IDEAL PARADISE
- a second step to IDEAL PARADISE
- a third step to IDEAL PARADISE
- urban laboratory IDEAL PARADISE
- IDEAL PARADISE clash
- IDEAL PARADISE
- IDEAL PARADISE shifting space
- the last IDEAL PARADISE

urban laboratory IDEAL PARADISE ukraine ist ein performatives experimentelles rechercheprojekt, das von theatercombinat in zusammenarbeit mit urban curators (kiew) sowie mit einem netzwerk verschiedener künstler_ innen und expert_innen bis ende 2017 unter der künstlerischen leitung der choreografin claudia bosse in zusammenarbeit mit dem medienkünstler günther auer durchgeführt wird. im zentrum dieser arbeit stehen körperliche recherchen und interventionen im öffentlichen raum. das projekt entwickelt performative interventionen und nimmt ein "mapping" des öffentlichen raums auf unterschiedliche arten vor – als bestandsaufnahme der rechtlichen situation im öffentlichen raum, der geschichtlichen, baulichen und politischen dimension der ausgewählten orte und in form von beobachtungen vorhandener urbaner strukturen als videodokumentation. das "urban laboratory" transferiert methoden, die während der performativen praxis – dem urban laboratory IDEAL PARADISE – in wien entwickelt wurden in die ukrainischen städte kiew und charkiw. die herausforderung des projekts ist u.a. die frage möglicher aneignung des öffentlichen raums – unter berücksichtigung der architektonischen gegebenheiten – in den städten kiew (mit dem körper) und charkiw (als videogramm urbaner nutzungen). die geschichte und techniken der subversiven nutzung des öffentlichen raumes in zeiten politischer kämpfe ist teil der recherche. daraus könnten neue erkenntnisse, wie auch installative und performative methoden abgeleitet werden. wie ist zugänglichkeit und nutzung des öffentlichen raumes möglich? welche alternativen nutzungen können temporär entwickelt werden? wie können körper urbane kontexte untersuchen? erfahrungen der performativen praxis in wien werden in kiew überprüft, weiterentwickelt, dokumentiert, intervenieren in die städtische wirklichkeit in kiew und charkiw und werden abschließend als dokumente (installativ), wie auch als lecture oder gar labor in wien präsentiert.

die erste research-reise nach kiew, lwiw und charkiw fand im september 2016 statt, eine vertiefte recherche von claudia bosse und günther auer in kiew folgt im dezember 2016, auch zur vorbereitung der interventionen im frühjahr 2017. im dezember werden auch treffen zur konzeptuellen vertiefung mit den urban curators stattfinden. im april / mai 2017 finden die interventionen an 3 orten in kiew statt, die vor ort teilnehmende über workshops integrieren, sowie stadtbewohner_innen aus verschiedenen disziplinen in die performativen untersuchungen des öffentlichen raumes involvieren werden. im frühjahr 2017 finden ebenfalls der videodreh und die recherche in charkiw statt.
im oktober / november 2017 werden die ergebnisse aus dem urban laboratory IDEAL PARADISE ukraine, die dokumentationen der praxis und die methoden aus dem research in wien kontextualisiert. die erfahrenen unterschiede und gemeinsamkeiten zwischen den sozialen und rechtlichen aushandlungen im öffentlichen raum in der ukraine und in österreich werden in einem experimentellen format mit den beteiligten aus der ukraine vorgestellt.


foto: claudia bosse

künstlerische leitung: claudia bosse; sound artist: günther auer; in zusammenarbeit mit: urban curators: nastya ponomaryova, iryna yakovchuk; produktionsleitung theatercombinat: margot wehinger

eine produktion von theatercombinat, gefördert von wien kultur und szenenwechsel der robert bosch-stiftung


research I:
23. - 30. september 2016

research II:
1. - 7. dezember 2016

workshops und präsentation ukraine:
2 - 3 wochen, ende april/mai 2017

präsentation wien:
3 - 4 tage, mitte oktober bis mitte november 2017

präsentation von claudia bosse
24. september 2016, 12.00h,
platforma, im rahmen von gogolfest
bilomorska str. 1, art-zavod "platforma", kiew

präsentation von claudia bosse
2. dezember 2016, 19.00h
izolyatsia. platform for cultural initiatives.
naberezhno-luhova, 8, 04071 kiew

 

 
 

the last IDEAL PARADISE ist teil der serie IDEAL PARADISE, die sich als letzter teil der 2013 begonnenen research-reihe (katastrophen 11/15) ideal paradisemit der konfiguration der (politischen) wirklichkeit und ihren ideologischen konstruktionen auseinandersetzt. (katastrophen 11/15) ideal paradise von claudia bosse und einer gruppe internationaler künstler_innrn, tänzer_innen, performer_innen und theoretiker_innen untersucht bis 2017 die struktur der katastrophe als kippbild der gesellschaft und generiert verschiedene künstlerische formate – sowohl performances, choreografien, theaterarbeiten, als auch installationen, interventionen, lectures und workshop. dabei greift claudia bosse teilweise auf ihre sammlung aus interviews, some democratic fictions, zurück, die seit 2011 in zusammenarbeit mit günther auer aus persönlichen gesprächen über demokratie, freiheit, terrorismus, staat, geschichte, identität in städten wie new york, kairo, tunis, frankfurt, zagreb, tel aviv, brüssel und beirut entstanden ist.

 
 

BISHERIGE PROJEKTE DES ZYKLUS (katastrophen 11/15) IDEAL PARADISE:
method body / lecture von claudia bosse im rahmen von scores "intact bodies". die installation thoughts meet space im mai / juni 2013 fand in 18 verschiedenen räumen der ehemaligen zollamtskantine in wien statt. die dafür verwendeten interviews stehen in konfrontation mit medialen szenarien von realität. erstmals wurde hier die mehrheit des archivierten materials für die künstlerische operation "thoughts meet space" verwendet, als ein virtueller raum von dreidimensionalen gedanken, begleitet von 2 performances in der installation the breath of thoughts and death sowie closing act, in koproduktion mit tanzquartier wien. die installation thoughts meet space beirut im oktober 2013 war eine fortsetzung dieses künstlerischen verfahrens und präsentierte teile des archivmaterials sowie in beirut entstandene bilder und objekte sowie interviews (in)valid bodies, vortrag claudia bosse im november 2013 im rahmen des symposiums "public bodies", FFT düsseldorf und heinrich heine universität. showing und diskussion im dezember 2013 der proben von what about catastrophes? im rahmen des seminars "ästhetik und poetik" - performancetheorie und -praxis" der universität wien, monika meister / daniela pillgrab. katastrophen: momente des umschlags im dezember 2013 war ein research workshop von claudia bosse im tanzquartier wien. in einer einwöchigen arbeitssituation begegnete sich eine gruppe künstler und theoretiker, um sich aus ihrer jeweiligen künstlerischen, kompositorischen, urbanistischen oder philosophischen praxis und ausgehend von ihren methoden und materialien, mit der funktion und der struktur der katastrophe in unserer gesellschaft zu beschäftigen. mit günther auer, claudia bosse, alain franco, omar nagati, sandra noeth und marcus steinweg. im april 2014 uraufführung von what about catastrophes? mit 4 vorstellungen im tanzquartier wien. im september 2014 folgte die uraufführung von catastrophic paradise in koproduktion mit dem FFT düsseldorf im rahmen der reihe "DECOLONIZE! performative strategien für ein (post)koloniales zeitalter" in düsseldorf. in diesem rahmen fand auch das symposium politics of paradise and catastrophes statt. thoughts meet space athens wurde im oktober 2014 als ortsspezifische multimedia installation bei Bhive in athen gezeigt. die arbeit verwandelte das neoklassizistische haus von Bhive in ein sprechendes haus, sprechend mit den stimmen der transnationalen sammlung von gedanken. die installation thoughts meet space cairo präsentierte im hotel viennoise das nomadische archiv. zum zweiten mal wurden in kairo nach 2011 interviews geführt. begleitet wurde die installation von einem 5-tägigen event - reflection zone - als ein allabendlicher diskursiver und performativer salon mit beiträgen von in kairo arbeitenden künstlerInnen und theoretikerInnen. im märz 2015 wurde die performance catastrophic paradise von der version der uraufführung in düsseldorf für ein komplexes, mehrteiliges gebäude in eine version für die spezifischen bedingungen der tqw / halle G übersetzt. im april / mai 2015 kreierte die performance und installation a first step to IDEAL PARADISE beim donaufestival in krems einen werkraum zu ritualen und politischem denken. diese arbeit war die erste skizze zur neuen produktion IDEAL PARADISE, die den abschluss des gesamtprojekts (katastrophen 11/15) ideal paradise bildet. der nächste schritt fand in diesem entwicklungsprozess fand beim ImPulsTanz festival statt: die installation a second step to IDEAL PARADISE stellte entlang der themen kolonialismus, kulturelle projektion, konstruktion von ideologie(n) und ideale gemeinschaften begehbare erzählungen in einem ensemble von räumen im weltmuseum wien her. in a third step to IDEAL PARADISE wurde die installation zur partitur für eine choreografierte performance. das urban laboratory IDEAL PARADISE intervenierte als performative praxis über mehrere monate hinweg, von oktober bis dezember 2015, in unterschiedliche räume in wien und übersetzte die erfahrungen und materialien der vorhergehenden schritte von IDEAL PARADISE als methodische eingriffe in die stadt. in IDEAL PARADISE clash wurden die nun abwesenden räume der bisherigen interventionen und performativen installationen im theaterraum der halle G durch sound-recordings, choreografische kompositionen und körpererinnerungen miteinander in beziehung gesetzt. die nomadische stadtkomposition IDEAL PARADISE breitete sich wieder in die stadt aus und bespielte als choreografie der kohabitation und des utopischen miteinanders orte wie eine brache im 6. wiener gemeindebezirk, die verkaufshalle des caritas-lagers carla mittersteig, das belvedere sowie die wege dazwischen. in bukarest entwarf IDEAL PARADISE shifting space eine installation, die zur performance wurde. das urban laboratory IDEAL PARADISE ukraine knüpft an die performative praxis in praxis in wien an und untersucht bis ende 2017 den öffentlichen raum in kiew und lwiw unter berücksichtigung der architektonischen, politischen und rechtlichen gegebenheiten in der ukraine. thoughts meet space cairo in wien war ein labor und eine begehbare performative installation als weiterführung der gleichnamigen installation in kairo, die im november 2016 als research und installation mit live-perfromance im tqw präsentiert wurde. der abschluss des "katastrophen"-zyklus führte mit the last IDEAL PARADISE die stationen und das material der wuchernden serie IDEAL PARADISE in der alten postverladestelle in düsseldorf zusammen.


www.theatercombinat.com theatrale produktion und rezeption