theatercombinat | 17. - 19. november 2016 - uraufführung, im rahmen von "internationale koproduktionen. living dead - spukgestalten im theater der gegenwart", FFT düsseldorf (d). the last IDEAL PARADISE von claudia bosse / theatercombinat.

sprache/language: deutsch/english


dossier
programmheft

presse:
- "es wird keine nacht mehr geben", junge bühne
- "'ideal paradise': spurensuche an einem besonderen ort", westdeutsche zeitung

reflexionen:
-"on the last ideal paradise and the potential for political theater", noah zeldin
- reflexion von constantin schaedle

teil des zyklus: (katastrophen 11/15) ideal paradise

weitere projekte der serie IDEAL PARADISE:
- a first step to IDEAL PARADISE
- a second step to IDEAL PARADISE
- a third step to IDEAL PARADISE
- urban laboratory IDEAL PARADISE
- IDEAL PARADISE clash
- IDEAL PARADISE
- IDEAL PARADISE shifting space
- urban laboratory IDEAL PARADISE ukraine

 

in den hallen und räumen der alten postverladestelle in düsseldorf wird das material des wuchernden prozesses von IDEAL PARADISE und seine unterschiedlichen stationen zusammengeführt. IDEAL PARADISE begann als installation mit interviews aus kairo und athen, die die politische situation, krisen und gesellschaftliche umbrüche reflektieren und nachdenken über religion und demokratie, über lebensweisen und freiheitsbegriffe sowie politische alternativen. im weltmuseum wien wurden 6 akustisch gestaltete und sprechende räume der neuen hofburg mit material aus der ethnografischen sammlung, objekten und videos bespielt; dann breitete sich der prozess nomadisierend in die stadt aus; legte im tanzquartier wien station ein; verband informierte und brachliegende räume in einer stadtkomposition als fragile gemeinschaft und entfaltete zuletzt in bukarest eine performative landschaft.
gemeinsam mit einem chor von bürger_innen aus düsseldorf sowie den performer_innen léonard bertholet, rotraud kern, alexandra sommerfeld, florian tröbinger und ilse urbanek werden die ordnungen unserer gegenwart befragt und es entsteht eine arbeit von claudia bosse über gesellschaftliche konstellationen, zu ritualen und politischem denken. the last IDEAL PARADISE ist eine installation, eine choreografie, eine performance und eine bestandsaufnahme eines arbeitsprozesses, der politische gegenwart und geschichte mit ritualen und mythen verbindet, sich auseinandersetzt mit terrorismus, territorium und einverleibung, projektionen und konstellationen unseres kulturell und politisch (un-)bewussten. ein mehrmedialer raum mit sounds von günther auer, videos, objekten, sich verändernden konstellationen, sprache, chorischem sprechen, bewegung und begegnungen. eine reise durch einen arbeitsprozess und räume, von denen aus objekte und nachrichten in die welt verschickt wurden.


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fotos: claudia bosse


video: juliana lindenhofer, kamera: tom jasny

konzept/raum/künstlerische leitung: claudia bosse; sound/media: günther auer; von/mit: léonard bertholet, rotraud kern, alexandra sommerfeld, florian tröbinger, ilse urbanek; chor: uwe bähr, hannelore bohm, rosemarie hofsess-kerkhoff, jürgen klein, werner klüfer, verena meis, inge müller, georg nocke, judith pieper, sina-marie schneller, mathias wittmann; critical witness: kathrin tiedemann; assistenz: vicky klug; technische leitung: marco tölzer; chor-koordination: sina-marie schneller; kommunikation/dramaturgische mitarbeit: anna etteldorf; administration: margot wehinger

eine produktion von theatercombinat, eine koproduktion mit FFT düsseldorf, gefördert von wien kultur. der arbeitszyklus IDEAL PARADISE ist koproduziert von FFT düsseldorf, tanzquartier wien, ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival 2015, weltmuseum wien, donaufestival 2015.

projektpartner des gesamtprojekts (katastrophen 11/15) ideal paradise sind tanzquartier wien, FFT düsseldorf, donaufestival, gefördert von wien kultur, unterstützt von kunststiftung NRW und NPN nationales performance netz im rahmen der serie "DECOLONIZE! performative strategien für ein (post)koloniales zeitalter" am FFT, ashkal alwan, CLUSTER, szenenwechsel (robert bosch stiftung).


the last IDEAL PARADISE
uraufführung
17. - 19. november 2016, jeweils 19.00h
im rahmen von "internationale koproduktionen. living dead - spukgestalten im theater der gegenwart", FFT düsseldorf

ort:
alte postverladestelle,
kölner straße 114
40227 düsseldorf

 
 

the last IDEAL PARADISE ist teil der serie IDEAL PARADISE, die sich als letzter teil der 2013 begonnenen research-reihe (katastrophen 11/15) ideal paradise mit der konfiguration der (politischen) wirklichkeit und ihren ideologischen konstruktionen auseinandersetzt. (katastrophen 11/15) ideal paradise von claudia bosse und einer gruppe internationaler künstler_innrn, tänzer_innen, performer_innen und theoretiker_innen untersucht bis 2017 die struktur der katastrophe als kippbild der gesellschaft und generiert verschiedene künstlerische formate – sowohl performances, choreografien, theaterarbeiten, als auch installationen, interventionen, lectures und workshop. dabei greift claudia bosse teilweise auf ihre sammlung aus interviews, some democratic fictions, zurück, die seit 2011 in zusammenarbeit mit günther auer aus persönlichen gesprächen über demokratie, freiheit, terrorismus, staat, geschichte, identität in städten wie new york, kairo, tunis, frankfurt, zagreb, tel aviv, brüssel und beirut entstanden ist.

 
 

BISHERIGE PROJEKTE DES ZYKLUS (katastrophen 11/15) IDEAL PARADISE:
method body / lecture von claudia bosse im rahmen von scores "intact bodies". die installation thoughts meet space im mai / juni 2013 fand in 18 verschiedenen räumen der ehemaligen zollamtskantine in wien statt. die dafür verwendeten interviews stehen in konfrontation mit medialen szenarien von realität. erstmals wurde hier die mehrheit des archivierten materials für die künstlerische operation "thoughts meet space" verwendet, als ein virtueller raum von dreidimensionalen gedanken, begleitet von 2 performances in der installation the breath of thoughts and death sowie closing act, in koproduktion mit tanzquartier wien. die installation thoughts meet space beirut im oktober 2013 war eine fortsetzung dieses künstlerischen verfahrens und präsentierte teile des archivmaterials sowie in beirut entstandene bilder und objekte sowie interviews (in)valid bodies, vortrag claudia bosse im november 2013 im rahmen des symposiums "public bodies", FFT düsseldorf und heinrich heine universität. showing und diskussion im dezember 2013 der proben von what about catastrophes? im rahmen des seminars "ästhetik und poetik" - performancetheorie und -praxis" der universität wien, monika meister / daniela pillgrab. katastrophen: momente des umschlags im dezember 2013 war ein research workshop von claudia bosse im tanzquartier wien. in einer einwöchigen arbeitssituation begegnete sich eine gruppe künstler und theoretiker, um sich aus ihrer jeweiligen künstlerischen, kompositorischen, urbanistischen oder philosophischen praxis und ausgehend von ihren methoden und materialien, mit der funktion und der struktur der katastrophe in unserer gesellschaft zu beschäftigen. mit günther auer, claudia bosse, alain franco, omar nagati, sandra noeth und marcus steinweg. im april 2014 uraufführung von what about catastrophes? mit 4 vorstellungen im tanzquartier wien. im september 2014 folgte die uraufführung von catastrophic paradise in koproduktion mit dem FFT düsseldorf im rahmen der reihe "DECOLONIZE! performative strategien für ein (post)koloniales zeitalter" in düsseldorf. in diesem rahmen fand auch das symposium politics of paradise and catastrophes statt. thoughts meet space athens wurde im oktober 2014 als ortsspezifische multimedia installation bei Bhive in athen gezeigt. die arbeit verwandelte das neoklassizistische haus von Bhive in ein sprechendes haus, sprechend mit den stimmen der transnationalen sammlung von gedanken. die installation thoughts meet space cairo präsentierte im hotel viennoise das nomadische archiv. zum zweiten mal wurden in kairo nach 2011 interviews geführt. begleitet wurde die installation von einem 5-tägigen event - reflection zone - als ein allabendlicher diskursiver und performativer salon mit beiträgen von in kairo arbeitenden künstlerInnen und theoretikerInnen. im märz 2015 wurde die performance catastrophic paradise von der version der uraufführung in düsseldorf für ein komplexes, mehrteiliges gebäude in eine version für die spezifischen bedingungen der tqw / halle G übersetzt. im april / mai 2015 kreierte die performance und installation a first step to IDEAL PARADISE beim donaufestival in krems einen werkraum zu ritualen und politischem denken. diese arbeit war die erste skizze zur neuen produktion IDEAL PARADISE, die den abschluss des gesamtprojekts (katastrophen 11/15) ideal paradise bildet. der nächste schritt fand in diesem entwicklungsprozess fand beim ImPulsTanz festival statt: die installation a second step to IDEAL PARADISE stellte entlang der themen kolonialismus, kulturelle projektion, konstruktion von ideologie(n) und ideale gemeinschaften begehbare erzählungen in einem ensemble von räumen im weltmuseum wien her. in a third step to IDEAL PARADISE wurde die installation zur partitur für eine choreografierte performance. das urban laboratory IDEAL PARADISE intervenierte als performative praxis über mehrere monate hinweg, von oktober bis dezember 2015, in unterschiedliche räume in wien und übersetzte die erfahrungen und materialien der vorhergehenden schritte von IDEAL PARADISE als methodische eingriffe in die stadt. in IDEAL PARADISE clash wurden die nun abwesenden räume der bisherigen interventionen und performativen installationen im theaterraum der halle G durch sound-recordings, choreografische kompositionen und körpererinnerungen miteinander in beziehung gesetzt. die nomadische stadtkomposition IDEAL PARADISE breitete sich wieder in die stadt aus und bespielte als choreografie der kohabitation und des utopischen miteinanders orte wie eine brache im 6. wiener gemeindebezirk, die verkaufshalle des caritas-lagers carla mittersteig, das belvedere sowie die wege dazwischen. in bukarest entwarf IDEAL PARADISE shifting space eine installation, die zur performance wurde. das urban laboratory IDEAL PARADISE ukraine knüpft an die performative praxis in praxis in wien an und untersucht bis ende 2017 den öffentlichen raum in kiew und lwiw unter berücksichtigung der architektonischen, politischen und rechtlichen gegebenheiten in der ukraine. thoughts meet space cairo in wien war ein labor und eine begehbare performative installation als weiterführung der gleichnamigen installation in kairo, die im november 2016 als research und installation mit live-perfromance im tqw präsentiert wurde. der abschluss des "katastrophen"-zyklus führte mit the last IDEAL PARADISE die stationen und das material der wuchernden serie IDEAL PARADISE in der alten postverladestelle in düsseldorf zusammen.


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